Kirchenlauf mit mehr als 400 Teilnehmern

Nach sieben Minuten im Ziel

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Der erste Start gilt den Läufern, die auf die 16,6-Kilometer-Strecke gehen.

Heusenstamm - Es war der 13. Kirchenlauf, den die fünf Heusenstammer Gemeinden organisiert haben. Mehr als 400 Teilnehmer waren dabei. Und Petrus hat einmal mehr keinen Regen geschickt. Von Claudia Bechthold 

Mitglieder des Fördervereins Lebensbilder nehmen mit Altenheim-Bewohnern am Kirchenlauf teil.

Es ist dreiviertel Zwei, als am Samstagmittag bei weitgehend blauem Himmel ein heftiger Regenguss Fußgänger von den Straßen treibt. Nur kurze Zeit später sollen mehr als 80 Kinder aus fast allen Kitas der Schlossstadt zu ihrem Kirchenlauf starten. Ralf Schönmann vom Orga-Team bleibt dennoch gelassen. „Ich war guten Mutes, dass es nur ein kurzer Schauer ist“, sagt er später. Vor vier Jahren habe man das schon einmal erlebt, erzählt er. Da habe es auch kurz vor dem Start gewittert und geschüttet: „Und pünktlich zum Start war der Himmel blau.“ Blau ist der Heusenstammer Himmel am Samstag zwar nicht. Dunkelgrau bis Schwarz wäre eher die richtige Beschreibung. Aber Schönmanns Zuversicht bestätigt sich. Bis zum Ende der Veranstaltung, deren Start und Ziel diesmal die Freie evangelische Gemeinde am Weiskircher Weg ist, bleibt es trocken.

Genau 415 Läuferinnen und Läufer sind für die insgesamt fünf Wettbewerbe gemeldet. Darunter auch 25 Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea, Syrien und dem Irak. Deren Teilnahme haben Bürgermeister Halil Öztas aus privaten Mitteln und das Kirchenlauf-Team ermöglicht. Als Schirmherr ist Öztas auch derjenige, der die Startschüsse geben darf. Gemeinsam mit dem Moderator zählen mehrere hundert Zuschauer von zehn auf null, bevor dann der entscheidende Schuss fällt und die Läufer mit viel Applaus verabschiedet werden. Manche allerdings nur für kurze Zeit. Martin Luprich, gestartet für die TSV Heusenstamm, hat den 1,9-Kilometer-Lauf schon nach sechs Minuten und 58 Sekunden beendet.

Kirchenlauf in Heusenstamm: Bilder

Schnellster auf der 6,9-Kilometer-Strecke ist am Ende Aaron Bienenfeld von der LG Offenbach. Und den 16,6-Kilometer-Lauf beendet Markus Heidl von „laufenhilft“ als Erster. Bei den Walkern ist Kevin Schott über 6,9 Kilometer der Sieger. Auf der 1,9-Kilometer-Strecke für Walker gewinnt mit Andrea Büchner ein besonderes Paar. Denn einmal mehr sind elf Mitglieder des Fördervereins Lebensbilder dabei, die Bewohner des Seniorenzentrums Horst-Schmidt-Haus der Arbeiterwohlfahrt im Rollstuhl schieben. Das mache allen Beteiligten riesigen Spaß, versichert Roza Bering, Leiterin des Zentrums.

60 Streckenposten helfen den Läufern, den Weg von Kirche zu Kirche zu finden. Weitere 40 bis 50 Helfer sind an Start und Ziel beschäftigt. „Nach 13 Läufen haben wir inzwischen eine gewisse Routine“, sagt Ralf Schönmann. Viele Helfer seien seit Jahren dabei. Das sei Ansporn, fügt er an, wenn es für manche ganz selbstverständlich sei, wieder dabei zu sein. Und auch für manchen Sponsoren, ohne die der Lauf nicht zu verwirklichen wäre, ist die Unterstützung keine Frage.

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