Blasorchester der TSV Heusenstamm

Klingelnde Vereinskassen: Dicke Luft im Probenraum

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Björn Uhl und Gundi Wilz vom TSV Blasorchester im Probenraum unter der Bühne der TSV-Halle an der Jahnstraße.- Beim Umbau der früher als Gaststätte genutzten Räume mussten die Lüftungsschächte geschlossen werden, damit der „Lärm“ des Orchesters nicht nach außen dringt.

Heusenstamm - Das Blasorchester der Turn- und Sportvereinigung (TSV) Heusenstamm leidet unter der schlechten Luft im Probenraum. Von Yvonne Fitzenberger 

Damit die Musiker endlich wieder aufatmen können, soll der Gewinn aus dem Holzland-Becker-Wettbewerb für die Anschaffung einer Lüftungsanlage verwendet werden. Seit mehr als zehn Jahren probt das Blasorchester der TSV Heusenstamm in der ehemaligen Gaststätte, die früher im Keller der TSV-Halle untergebracht war. In Eigenregie und mit eigenen Mittel haben sie die Räume für ihre Bedürfnisse umgestaltet. Nur die Belüftung haben sie vergessen. Um den Fehler wieder gut zu machen, hat der Verein sich bei der Ausschreibung des Obertshausener Unternehmens Holzland Becker beworben. „Wir haben so viel verändern müssen“, sagt Gundi Wilz, Abteilungsleiterin des Blasorchesters. Sie erzählt, dass sie den gesamten Raum von einer Gaststätte in einen Probenraum verwandelt haben. Björn Uhl, Pressesprecher, kann sich noch gut daran erinnern: „Es war so anstrengend. Ich habe die Fliesen vom Boden abgekratzt.“ Die Renovierungsarbeiten kosteten das Orchester viel Zeit und Nerven, „irgendwann hatten wir keine Lust mehr“, kommentiert Wilz.

Neben dem Lärmschutz – das Orchester ist nicht gerade leise – mussten auch die Feuerschutzbedingungen erfüllt werden. Alte Fenster wurden ausgetauscht und alte Lüftungsschächte geschlossen. Durch die Umbaumaßnahmen verschlechterte sich allerdings die Luftzirkulation. „Eben war nur ein Einzelunterricht hier drin, aber die Luft steht schon“, sagt Wilz, als sie zusammen mit Uhl den Raum betritt. Uhl: „Wenn abends das große Orchester probt, ist schon nach einer halben Stunde die Luft weg.“ Und bei der Lautstärke der Bläser kann kein Fenster geöffnet werden.

Die Vorsitzende und der Pressesprecher betonen, dass es bei dem angemeldeten Projekt nicht um eine Klimatisierung geht. „Es geht um eine reine Belüftungsanlage, damit den Musikern das Atmen in den Proben leichter fällt“, betonen beide. Für die neue Lüftung werden zwischen 8000 und 10.000 Euro benötigt, die die TSV-Abteilung aus der eigenen Tasche bezahlen muss. „Der Gewinn würde uns schon sehr helfen, auch die Attraktivität zu steigern“, sagt Wilz.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Das Blasorchester kann sich über einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen freuen, der auch in Zukunft wachsen soll. Ein angenehmer Raum soll mit ans Ziel führen. Wilz: „Wenn in dem Raum kein Sauerstoff mehr ist, befürchten wir, dass die Kinder auch mal umkippen.“ Der Verein kann sich über wachsende Mitgliederzahlen freuen. Uhl: „Bei uns ist es anders als an Musikschulen. Die Kinder spielen von vornherein in Gruppen zusammen.“ Das macht mehr Spaß. Die Mitglieder wachsen in den Verein hinein. Auch das Miteinander wird groß geschrieben: Das jüngste Mitglied des großen Orchesters ist 16 Jahre alt, das älteste über 60. „Da passt jeder auf jeden auf“, sagt Uhl, der selbst im Orchester Schlagzeug spielt. Damit das gemeinsame Musizieren auch weiterhin Spaß macht, muss eben frische Luft her. Das fehlende Geld wird aus Mitgliederbeiträgen, Spenden und eigenen Veranstaltungen zusammengetragen.

Die Abstimmung

Für die Vereine kann im Internet auf www.holzlandbecker.de/abstimmung-vereinskassen.php bis Montag, 31. Oktober, abgestimmt werden. Die Gewinnsumme staffelt sich in 1000 Euro für den ersten und zweiten Platz, 750 Euro für den dritten und vierten Platz, 500 Euro für die Fünft- bis Achtplatzierten und 250 Euro für Platz neun und zehn.

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