1,25 Euro mehr je Haushalt

Kosten für Sperrmüllabfuhr werden umgelegt

Heusenstamm - Mehr Bürgernähe hatten alle Partner der Kooperation aus SPD, Freien Wählern und Grünen sowie Bürgermeister Halil Öztas vor den Wahlen versprochen. Das Interesse daran enttäuschte jedoch beim zweiten Bürgergespräch des Verwaltungschefs am Montagabend. Von Claudia Bechthold 

Nur neun Bürger hatten am Montagabend den Weg zur zweiten Bürgerversammlung von Halil Öztas im Schlossrathaus gefunden. Es liege vielleicht an der Uhrzeit, vermutete der Bürgermeister, der diesmal für 18 Uhr eingeladen hatte. Seit einem halben Jahr ist der SPD-Politiker nun im Amt. Und so nutzte er die Gelegenheit für eine kleine erste Bilanz. Ein Lob an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, mit denen er „hochzufrieden“ sei, stellte Öztas an den Anfang. Die Zusammenarbeit sei aus seiner Sicht „perfekt“. Bereits umgesetzt habe man das Wahlversprechen seiner Partei, eine kostenlose Sperrmüllabfuhr einzuführen.

„Vom nächsten Jahr an entfällt beim Sperrmüll der Eigenanteil in Höhe von 30 Euro für die Bürger“, kündigte der Rathauschef an. Bislang seien jährlich 12.500 Euro von den Bürgern für die Abfuhr des sperrigen Abfalls bezahlt worden. Die tatsächlichen Entsorgungskosten hätten allerdings bei 22.000 Euro gelegen. Der Differenzbetrag in Höhe von 9500 Euro habe auch schon bisher von allen Haushalten mitgetragen werden müssen. Durch die Umlegung der Gesamtlkosten auf die Müllgebühren ergebe sich eine Mehrbelastung in Höhe von 1,25 Euro je Haushalt. Konkrete Zahlen werde man aber erst Ende 2017 haben.

Ob bei den regelmäßigen Untersuchungen der Abwasserkanäle in Trinkwasserschutzgebieten auch die Hausanschlüsse in Augenschein genommen würden, wollte ein Anwohner aus dem Stadtteil Waldesruh wissen. Das konnte Volker Hake, Leiter des Fachdienstes Tief- und Straßenbau, verneinen. Es sei denn, man entdecke zufällig einen Schaden. Müsse am Hauptkanal etwas repariert werden, kämen auf Anlieger keine Kosten zu.

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Ebenfalls um das Kanalnetz ging es bei einer Frage, die Dr. Hartmut von Kienle vom Bürgerforum Rembrücken stellte. Ob mögliche Arbeiten am Kanalnetz dazu geführt haben könnten, dass bei dem Starkregen in der Nacht zum 30. Mai so viele Keller in Rembrücken voller Wasser gelaufen seien? Denn im Stadtteil halte sich hartnäckig das Gerücht, die Straßenbaustelle in der Obertshäuser Straße sei die Ursache für die vielen überschwemmten Keller gewesen. Zudem werde vermutet, das Regenrückhaltebecken habe nicht funktioniert.

Ausschließlich an der Trinkwasserleitung sei in der Obertshäuser Straße gearbeitet worden, versicherte der Bürgermeister. Mit dem Wasser in den Kellern habe dies nichts zu tun. Immerhin seien in dieser Nacht etwa 60 Liter Wasser in kurzer Zeit vom Himmel gekommen. Da laufe das Kanalsystem nun einfach über. Auch das Regenrückhaltebecken sei funktionsfähig gewesen. Öztas wies in diesem Zusammenhang Vorwürfe einer Rembrückerin zurück, die über Untätigkeit der Stadt klagt. Er habe großes Verständnis für die Notsituation, aber wenig Verständnis für die Suche nach einem Schuldigen.

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