Auf Lilienhof leben sechs Alpakas und weitere Tiere

Lilienhof: Maya mit dem schicken Pony

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Bei Claudia Waltinger leben sechs Alpakas, darunter, ganz links, Maya mit dem schicken Pony über den Augen.

Heusenstamm - Manch einer mag sich die Augen reiben, wenn er durch Rembrückens Felder läuft und plötzlich Alpakas auf einer Weide entdeckt. Die Tiere gehören Claudia Waltinger, die an der Hauptstraße den Lilienhof betreibt. Von Claudia Bechthold

Claudia Waltinger ist eine Frau, die anpackt. Die Landwirtschaft scheint wie geschaffen für sie. Es macht ihr Spaß, mit Pflanzen, vor allem aber mit Tieren zu arbeiten. Und so wundert man sich nicht, dass ihr kleiner Hof östlich der Hauptstraße im alten Teil Rembrückens voller Vierbeiner ist. Pferde hat sie und Minishetlandponys – das jüngste Fohlen Lilly ist gerade sechs Wochen alt –, Schweine, Hunde natürlich, eine Katze und eben Alpakas. Dazu kommen noch einige Zweibeiner: ein Gehege mit Hühnern. Damit ist sie glücklich. Vor vier Jahren hat Claudia Waltinger sich entschieden, sich selbstständig zu machen. Bis jetzt hat die Heusenstammerin diese Entscheidung nicht bereut. Schon als Sechsjährige wusste sie, Pferde und das Reiten sind ihr Leben. „Damals hab ich mit dem Reiten angefangen“, berichtet sie. Also hat sie irgendwann der ersten Ausbildung zur Technischen Zeichnerin eine zweite zur Pferdefachwirtin hinzugefügt. Dazu kamen die Reitlehrerlizenz und weitere Qualifikationen.

Klar, bestätigt sie lachend, das ist keine Aufgabe mit festen Arbeitszeiten. Um 7 Uhr in der Frühe geht der Tag los, abends wird es wegen der Büroarbeiten manchmal 23 Uhr. Egal, winkt sie ab, „Hauptsache, den Tieren geht es gut“. Sie macht es eben gern. Ebenso wichtig wie das Wohlergehen ihrer Tiere ist ihr, Kindern den Umgang mit der Natur und den Tieren beizubringen. Deshalb macht sie mit bei der Aktion „Bauernhof als Klassenzimmer“. Vor allem Schulklassen und Kindergartengruppen kommen dazu auf den Lilienhof. Außerdem bietet sie regelmäßig Kräuterwanderungen an, auf denen die Teilnehmer von den Alpakas begleitet werden. Und Ferienspiele für Kinder.

Dazu gibt es dauerhafte Angebote wie Reitunterricht und Patenschaften für Kinder. „Da geht es darum, dass die Kleinen einen Bezug zu einem Tier entwickeln, dass sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und dabei auch an Selbstsicherheit gewinnen. Das Heu, das Claudia Waltinger für ihre Tiere benötigt, baut sie selbst an. Ebenso Kartoffeln und Mais. Kartoffeln sowie Eier von frei laufenden Hühnern erhält man bei ihr im Hofladen.

Eigentlich wollte sie Rinder anschaffen, als es darum ging, andere Tiere für die Wechselbeweidung zu erwerben. Dabei kam sie auf die Alpakas, die aus den südamerikanischen Anden stammen. „Die Wolle ist sehr hochwertig“, erläutert sie auf dem Weg zur Weide. Die sechs Tiere stehen schon am Tor. Vor allem Junghengst Tibo ist neugierig, beschnuppert den Gast mit der Kamera. Sehr vorsichtig ist dagegen Maya, die Stute mit dem besonders schicken Pony über den Augen. Man müsse schon vorsichtig sein, warnt Claudia Waltinger. Alpakas können sehr gezielt mit den Hinterläufen treten. Als hätte er es verstanden, unterstreicht Tibo die Aussage gleich am leeren Futtereimer. Das gelte allerdings nicht für Spaziergänge, am Halfter seien alle sechs lammfromm.

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