Landwirt Klaus Ommert baut 

Neuer Bio-Stall für Schweine auf Hofgut Patershausen

+
Junge Bullen (Foto) leben im Hofgut Patershausen getrennt von der Herde mit etwa hundert Tieren. Bei den Kühen steht noch bis Ende August der Zuchtbulle. „Im April und Mai erwarten wir dann die Kälbchen“, schätzt Landwirt Klaus Ommert.

Heusenstamm - Seit 1989 bewirtschaftet Klaus Ommert das Hofgut Patershausen. Und dies nach biologischen Grundsätzen. Das Hofgut darf daher schon seit geraumer Zeit das vergleichsweise strenge Demeter-Siegel führen. Zu den mehr als hundert Kühen auf dem Hof kommen nun auch wieder Schweine hinzu. Von Claudia Bechthold 

Auf dem Hofgut Patershausen wird derzeit gebaut. Das alte Mais-Silo ist gewichen, an dieser Stelle entsteht derzeit ein offener Schweinestall. In Eigenleistung, wie Klaus Ommert betont, und ganz ohne Fördergeld. Die Anlage soll Platz für 80 bis 90 Tiere bieten, die nach Belieben in den schützenden Stall oder ins Freie können. Ende September, hofft Klaus Ommert, werde der neue Stall bezugsfertig sein. Gestern präsentierte der Bio-Landwirt seine neue Anlage Landrat Oliver Quilling und der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger. Nach einer Radtour durch den Kreis Offenbach hatten die beiden Politiker das Treffen auf dem Hofgut vereinbart. Gerade durch die Lage in einem Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet sei die Landwirtschaft ein wichtiger Faktor, den e zu pflegen gelte, betonte Quilling. Und Jäger hob die Bedeutung Patershausens als Ausflugsziel für Radler auf der Rundroute Regionalpark Rhein-Main hervor. Der an Sonn- und Feiertagen geöffnete Biergarten am Hofgut sei ein sehr beliebtes Ausflugsziel, sagte sie.

Landwirt Klaus Ommert mit Claudia Jäger und Landrat Oliver Quilling (von links).

Schweine hat Klaus Ommert schon früher gehalten. Doch dann kam die EU-Bio-Schweinehaltungsverordnung. Deren Vorschriften konnte er so schnell nicht umsetzen, also gab er zunächst auf. Inzwischen hat er den Mais-Anbau komplett eingestellt – wegen der vielen Wildschweine: „Das hat sich nicht mehr gelohnt.“ Und so entstand Platz für den Stall. Der neue Stall ist so konzipiert, dass die Tiere jederzeit ins Freie können. „Wir halten die Schweine auf Stroh, das erleichtert den Umgang mit den Exkrementen und lässt keinen Geruch entstehen, weil das Stroh den Ammoniak sofort aufnimmt.“ Das Freigelände neben dem Stall soll noch ein Sonnendach und eine Sprühanlage erhalten, denn „Schweine können nicht schwitzen, brauchen also im Sommer auch Schatten. Dass die Tiere, dank automatischer Anlagen, jederzeit saufen und fressen können, muss nicht extra erwähnt werden. 19 Schweine leben derzeit schon in Patershausen, weitere folgen.

20 kuriose Tier-Urteile

Quilling und Jäger zeigten sich beeindruckt vom Hofgut und dem dazugehörenden Hofladen. „Wir vermarkten unsere Erzeugnisse nur noch über den Hofladen und den Biergarten“, berichtete Ommert. (Öffnungszeiten: www.hofgut-patershausen.de)

Kommentare