Tag des offenen Denkmals

Das Herz unter der Kirche

+
Die Gruppe „Wir 4“ unterhielt das Publikum während des ganzen Nachmittags auf dem Kirchplatz mit flotten und fröhlichen Melodien aller Art.

Heusenstamm - Vor 20 Jahren hat sich der Förderverein Balthasar Neumann gegründet, um die finanzielle Herausforderung zur Restaurierung der Barockkirche St. Cäcilia zu stemmen. Von Claudia Bechthold 

Was liegt näher, als dieses Jubiläum am Tag des offenen Denkmals zu feiern und dabei Einblicke in die Kirche zu geben, die sonst nicht möglich sind. Es war Herbert Margraf, der die Idee hatte, einen Verein zu gründen, um Spenden für die damals dringend notwendige Restaurierung der Kirche St. Cäcilia sammeln zu können. Das ist nun mehr als 20 Jahre her. Am Sonntag hat der Förderverein Balthasar Neumann seinen 20. Geburtstag auf dem Kirchplatz gefeiert. Und für die Besucher des Festes gab es Einblicke, die nur selten möglich sind. Doch zunächst dankte Bürgermeister Halil Öztas allen Beteiligten für ihr Engagement im Förderverein. Nur gemeinsam könne man solche Projekte bewältigen. Und er überreichte dem Vorsitzenden des Fördervereins Norbert Holzamer einen Scheck über 500 Euro, den er mit dem Wunsch verband, dass der Verein so weiter mache.

Niedrig und eng ist es in der Gruft von St. Cäcilia, die unter dem Altarraum liegt. Graf Anselm Franz liegt in der Grabstätte links neben dem Kreuz, Gräfin Maria Theresia direkt neben ihm.

Holzamer erinnerte anschließend noch einmal an die Gründung des Vereins, der inzwischen mehr als 300 Mitglieder hat. Für den Heimat- und Geschichtsverein, der das Fest unterstützte, nannte Vorsitzender Dr. Roland Krebs St. Cäcilia das prächtigste Gebäude der Stadt. Er lud aber auch zum Träumen ein, davon nämlich dass die „beeindruckende Zusammenarbeit“, die bei St. Cäcilia gelungen sei, auch bei anderen Gebäude gelingen könne. Beim Torbau etwa, den andere Kommunen vermutlich Kaisertor nennen würden. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für Heusenstamm, das leider nur von außen gut aussieht.“ Innen bedürfe es dringend der Renovierung, damit es überhaupt öffentlich zugänglich gemacht werden könne. Gleiches gelte für den Bannturm und das Hofgut Patershausen. Wenn die Sanierung gelingen könne, wäre dies toll.

Im Anschluss starteten Herbert Margraf und Roland Krebs ihre Führungen. Wer keine Angst vor Höhe und vor Staub hatte, schloss sich Margraf an, der mit den Besuchern über eine steile und schmale Treppe in den Turm kletterte. Der Ausblick entlohnte sicher.

Konzert zum Jubiläum: St.Cäcilia leuchtet

Den Eingang zur Gruft von St. Cäcilia findet nur, wer auch weiß, wo er suchen muss. Roland Krebs führte jeweils kleine Gruppen in den niedrigen, engen Raum unter dem Altar, in dem unter anderem Anselm Franz von Schönborn (1681-1726) begraben liegt. Neben ihm fand seine Frau Maria Theresia (1698-1751) ihre letzte Ruhestätte, wenn auch mit Einschränkung. Gestorben war sie in Wien, dort wurde sie auch bestattet. Doch weil „ihr Herz so an Heusenstamm hing“, verfügte sie, dass eben jenes in der Schlossstadt zu begraben sei. Maria Theresia gilt als prägendstes Mitglied der Heusenstammer Schönborns. Sechs weitere Nachkommen und Verwandte der Schönborns fanden ihre letzte Ruhe unter St. Cäcilia, die Gräfin Maria Theresia auch als angemessene Grabkirche hatte errichten lassen.

Kommentare