Aufführung des „Messias“

Partnerschaft musikalisch

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Sängerinnen und Sänger sowie Musiker aus Tonbridge und Heusenstamm bei der gemeinsamen Aufführung des Oratoriums „Messias“ in Maria Himmelskron.

Heusenstamm - Schon seit den 80er Jahren verbindet die Evangelische Kantorei und die Tonbridge Philharmonic Society eine enge Freundschaft, die immer wieder in große Konzerte mündet. Am Sonntag war es wieder einmal so weit: Zu erleben war Händels „Messias“. Von Claudia Bechthold 

Die Kirche Maria Himmelskron war gut gefüllt, die Erwartung groß. Unter der Gesamtleitung von Dorothea Baumann sollte Händels „Messias“ zu hören sein. Es ist die mittlerweile zehnte Zusammenarbeit zwischen Evangelischer Kantorei und der Tonbridge Philharmonic Society. Von Mozarts „Krönungsmesse“ über Bachs „h-Moll-Messse“ bis zu Haydns „Schöpfung“ haben sie schon große Stücke der Klassik und der Kirchenmusik gemeinsam aufgeführt – jedesmal sowohl in der englischen Partnerstadt Tonbridge als auch in Heusenstamm.

So war es auch diesmal. Der Besuch in Tonbridge liegt knapp drei Monate zurück, nun waren die Freunde aus England in der Schlossstadt. Und die Aufführung bewies einmal mehr, wie gut man sich versteht. Denn viel Zeit zum gemeinsamen Üben bleibt nicht. So ein wenig muss man es darauf ankommen lassen.

Aber das funktioniert hervorragend. Das Konzert am frühen Sonntagabend war der erneute Beweis. Kantorei und Gesellschaft haben das Oratorium herausragend aufgeführt. Vor allem das berühmte „Hallelujah“ mit besonders kniffligen Stellen für den Sopran war perfekt. Bedenkt man, dass ausnahmslos alle Chormitglieder Laien sind und lediglich in ihrer Freizeit singen, so ist diese Leistung erst recht ganz hoch anzusiedeln. Nur eines hat beim „Hallelujah“ nicht geklappt: Bei Aufführungen des „Messias“ in England steht das Publikum bei diesem Choral stets auf. In Deutschland kennt man diese Sitte nicht.

Die Arien und Rezitative sangen die Sopranistin Penelpe Mason, die Altistin Ulrike Malotta, der Tenor Johannes Mayer und der Bassist Johannes Hill. Das Orchester wurde verstärkt vom Instrumental Ensemble. Am Ende war das Publikum begeistert. Minutenlang applaudierten die Zuschauer im Stehen. Bravo-Rufe schallten aus vielen Ecken. Zweimal mussten die Künstler zurückkehren.

Eine Zugabe aber gab es nicht. Das mag wohl vor allem daran gelegen haben, dass zwischen dem Ende des Konzerts und dem Anpfiff des Fußball-Spiels der Deutschen gegen die Ukraine nur 25 Minuten lagen.

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