Reittherapie für Goldberg-Schüler

Klingelnde Vereinskassen: Pferde kennen keine Vorurteile

Heusenstamm - Der Förderverein der Schule am Goldberg setzt sich für die Wünsche der Lehrer und Schüler ein. Als nächstes Projekt steht eine Reittherapie auf dem Plan, mit der das Selbstvertrauen der Schüler gestärkt werden soll. Von Yvonne Fitzenberger 

Um die Therapie für die Jungen und Mädchen zu finanzieren, nehmen sie an dem Online-Wettbewerb des Obertshausener Unternehmens Holzland Becker teil. Die Schule am Goldberg fördert insbesondere die körperliche, motorische und geistige Entwicklung ihrer Schützlinge. Die Schüler leiden unter unterschiedlichen Krankheiten, zum Beispiel sozial-emotionale oder sprachliche Behinderungen, Autismus und Down-Syndrom. Um auf die einzelnen Bedürfnisse besser und kindgerechter einzugehen, arbeitet der Förderverein der Schule daran, neue Angebote auf die Beine zu stellen. Diese sollen ihre Entwicklung unterstützen und einen Hauch von Normalität vermitteln.

Der Förderverein der Schule am Goldberg besteht seit 2014 und umfasst inzwischen mehr als 45 Mitglieder. Sie arbeiten eng mit den Lehrern zusammen und vermitteln zwischen ihnen und dem Schulamt. Regelmäßig erarbeitet der Förderverein zusammen mit den Lehrern neue Projekte. Die AGs, die zusätzlich zum Unterricht angeboten werden, stärken das Selbstbild und das Selbstwertgefühl der Schüler. Es soll ihnen ein Moment von Normalität verschafft werden, in dem sie erleben, dass ihre Behinderung kein Hindernis ist, erläutert Christine Reiter-Metzler. Sie ist die erste Vorsitzende des Fördervereins.

„Manche Projekte laufen so gut, dass sie von der Schule übernommen wurden“, sagt sie. Ein Beispiel dafür ist der Schwimmunterricht, der vom Förderverein angestoßen wurde und nun fester Bestandteil ist. Das Preisgeld des Holzland-Becker-Wettbewerbs wird für eine neue Aktion verwendet. Sieben bis acht Kinder erhalten die Möglichkeit an einer Reittherapie teilzunehmen. Einmal in der Woche werden sie auf einen Reiterhof in Dietzenbach fahren, um dort die Pflege eines Pferdes zu übernehmen. Reiter-Metzler: „Die Jungen und Mädchen sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen.“

Raus aus den Boxen: Pferde brauchen Licht, Luft und Bewegung

Die Schüler sind im Alter von neun bis zwölf Jahren und haben unterschiedliche Erkrankungen. Einige von ihnen leiden sehr unter ihrer Behinderung und der Abneigung anderer. Die Pferde zeigen den Schülern, dass es Lebewesen gibt, die völlig vorurteilsfrei sind. „Das Pferd sieht die Einschränkung des Kindes nicht“, sagt die Vorsitzende. Das Tier geht offen auf das Kind zu und vertraut ihm. Eine ganz neue Erfahrung für die ausgewählten Goldbergschüler. Reiter-Metzler: „Sie erleben sofort einen Erfolg und merken, dass sie etwas können.“

Das Projekt soll schuljahresbegleitend laufen. Je nach Interesse der Kleinen für ein halbes bis ganzes Schuljahr. Die Kosten für eine Woche belaufen sich auf 70 bis 75 Euro. „Da hilft uns das Preisgeld schon ein ganzes Stück weiter, um das den Kindern zu ermöglichen“, sagt Reiter-Metzler. Denn viele der Eltern können sich zusätzliche Angebote nicht leisten und sind auf die Unterstützung des Fördervereins angewiesen.

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