Ein Händchen fürs Grüne

Stadt bestellt zwei neue Landschaftsbeobachter aus Rembrücken

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„Man muss die Leute mit Freundlichkeit überschütten“, ist das Rezept von Landschaftsbeobachter Patrick Witte (links) bei seinen Rundfahrten. Frank Zimmermann (rechts) und er unterstützen ab sofort ihren Kollegen Olaf Raftery.

Heusenstamm - Die Landschaft in unserer Region ist ein zartes Pflänzchen. Das muss gehegt und gepflegt werden. Deshalb vertraut die Stadt seit April 1998 auf die Unterstützung von Landschaftsbeobachtern. Jetzt hat der Magistrat zwei neue bestellt.

Feld, Wald und Wiesen sind in unserer dicht besiedelten Region ein wichtiger Erholungsraum. Um ihn zu schützen, setzt die Stadt seit 1998 auf die Mithilfe ehrenamtlicher Landschaftsbeobachter. Immer drei Personen nehmen diese Aufgabe ehrenamtlich wahr. Die Landschaftsbeobachter sind unter anderem dafür zuständig, Schäden an Feld- und Wirtschaftswegen, Gräben und Bachläufen festzustellen und bei Verstößen gegen die Bestimmungen des Feld- und Forstschutzes Anzeigen zu erstatten. Auch sollen sie ans Rathaus Meldung machen bei übermäßiger Verschmutzung der Feld- und Wirtschaftswege, bei Verstößen gegen die Straßenreinigungssatzung und Missständen aller Art. Überdies ist geplant, gerade in den Sommermonaten die Landschaftsbeobachter zusätzlich zur Spielplatzkontrolle in den Abendstunden einzusetzen. Dabei geht es nicht um die Sicherheit von Spielgeräten (die kontrolliert der Bauhof), sondern um ein Einschreiten bei zunehmender Vermüllung.

Außer Olaf Raftery aus Heusenstamm, der seit 2001 diese ehrenamtliche Tätigkeit ausübt, haben jetzt Frank Zimmermann und Patrick Witte aus Rembrücken ihren Dienst angetreten. Frank Zimmermann ist gelernter Schriftsetzer und derzeit Hausmann. „Ich heb’ sowieso jeden Müll auf, den ich irgendwo finde“, beschreibt der 51-Jährige frühere Neckermannangestellte seine Motivation. „Außerdem bin ich mit meinen Pflegehunden und dem Fahrrad oft im Freien unterwegs.“ Engagiert ist er auch in der Betreuung des Fördervereins der Matthias-Claudius-Schule.

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Sein neuer Kollege Patrick Witte lebt seit fünf Jahren mit seiner Frau in Rembrücken in einer ehemaligen Lederwarenfabrik. Die hat er zum Wohnhaus umgebaut. Dem Mitglied im Bürgerforum liegen Fauna und Flora „sehr am Herzen“, sagt der 35-Jährige. Dem Unternehmer geht es darum, die Kulturlandschaft rund um Rembrücken zu schützen. Seine Aufgabe versteht er als Werbung für einen bewussten Umgang des Menschen mit der Natur. „Das verträglich zu gestalten – dafür ist es gut, wenn jemand vor Ort da ist.“ Alle Landschaftsbeobachter erhalten eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 120 Euro (mindestens 16 Stunden monatlich). Sie können sich auf Verlangen mit einem Ausweis der Stadt legitimieren.

Andere Kommunen – etwa Rodgau – verzichten heute auf die Dienste von Landschaftsbeobachtern. Warum geht Heusenstamm einen anderen Weg? Bürgermeister Halil Öztas: „Die Stadt kann nicht überall gleichzeitig sein. Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit unseren Landschaftsbeobachtern. Das wollen wir fortsetzen.“ bp

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