„Die Stelle ist einfach schön“

Natur-Foto aus Heusenstamm in Buch des World Wildlife Fund

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Das ist das Foto, das Pauline Dechert aus Heusenstamm geschossen hat. Es ist jetzt in einem Buch der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund.

Heusenstamm - Pauline Dechert ist 14 Jahre alt, besucht nach den Ferien die Klasse 9 am Adolf-Reichwein-Gymnasium und ist ganz gut in Biologie. Das wäre noch keine Zeile in der Zeitung wert, aber die junge Schlossstädterin setzt ihre Begeisterung für die Natur in Taten um. Von Michael Prochnow

Pauline Dechert ist gern in der Natur.

Mit ihrem Fotoapparat hat sie es jetzt in eine Buch der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) geschafft. Das Foto zeigt Natur pur, das frische Frühlingsgrün bedeckt den Waldboden, an den Ästen und Zweigen der Laubbäume wuchern die Blätter. Eine Weggabelung lässt den Betrachter sinnieren, ob er eher nach links abbiegen würde, wo nach 50 Metern eine Lichtung folgt. Oder nach rechts, wo der Pfad eher ins Dunkle, ins Ungewisse führt ... Das Motiv vom Gangolfsberg in der bayerischen Rhön, wo Pauline ein verlängertes Wochenende mit ihren Eltern verbrachte, ist nun eines von 21 Bildern im Buch „Nature Alert“. Mit dem Band möchte die WWF-Jugend kreativ, „mit unglaublich schönen Fotos und starken Texten“, wie es von der Vereinigung heißt, „Schutzgebiete um die Ecke“ vorstellen. Kürzlich haben Jugendliche das Werk Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergeben.

Die Sammlung unterstützt auch eine Aktion des Nachwuchses: „Die Natura-2000-Gebiete müssen unbedingt erhalten bleiben“, plädieren die jungen Leute mit dem Buch im Ministerium. Natura 2000 ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union, das seit 1992 errichtet wird. Mit ihrem Blick auf die Weggabelung in der Rhön möchte sie die Naturbelassenheit dokumentieren, sagt Pauline. „Ich fand die Stelle einfach schön und hab sie auf der Wettbewerbsseite im Internet hochgeladen“, erzählt sie und erinnert sich an einen entspannten Spaziergang mit den Eltern und Hündin Lilli zur Thüringer Hütte auf dem Gangolfsberg. Zum Glück hatte sie ihre Kamera dabei.

Pauline ist seit einigen Jahren schon Mitglied bei der WWF-Jugend. Zuerst gehörte sie mit ein paar Freunden von der Grundschule dem Green Team von Green Peace an. Die Kinder hatten eine eigene Gruppe organisiert, sich einmal in der Woche getroffen. Auf dem Wochenmarkt im Einkaufszentrum Alte Linde haben sie Info-Stände aufgebaut, über die Nöte des Waldes, die Probleme der Arktis und der Bienen sowie über die Massentierhaltung informiert. Gegen den Einsatz von Pestiziden hatten die Schüler immerhin 100 Unterschriften gesammelt.

Über die Homepage des World Wildlife Funds lernte Paulina das Projekt Natura 2000 kennen. Seitdem chattet sie mit Gleichgesinnten und schreibt Artikel auf der Seite. Sie könnte sich vorstellen, als Aktivistin bei Green Peace mitzumachen. „Es wäre schön, wenn sich jemand fände, der zu Green Peace nach Frankfurt mitgeht“, sagt sie und versucht, Mitstreiter in Sachen Natur zu gewinnen. Die 14-Jährige will vor allem gegen den Plastikmüll kämpfen, der in den Meeren schwimmt und nicht verrottet. „Es liegt an der Bequemlichkeit der Leute“, kritisiert die junge Expertin. „Man sollte immer eine Einkaufstasche dabei haben“, mahnt sie. Thilo Dechert-Vack und Anette Dechert, beide Sozialpädagogen, bewundern die Zielstrebigkeit ihrer Tochter, haben schon an Info-Ständen mitgeholfen. Und sind selber Mitglied bei Green Peace.

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