Große Wasservögel sollten vertrieben werden

Zu viele Karpfen und Gänse im Schlossweiher

Heusenstamm - Eine dicke Schlammschicht am Grund, zu viele Gänse und zu viele Fische: Die beiden Weiher an der Schlossallee müssen dringend saniert werden. Erste Maßnahmen sollen im Herbst beginnen.

Biologen Diplom-Ingenieur Gottfried Lehr und Dr. Egbert Korte, beide von der Stadtverwaltung beauftragt, haben sich die beiden Weiher in direkter Nachbarschaft zum Schloss genau angesehen. Nach ihrer ersten Einschätzung ist der Bestand an Karpfen sowie an Kanada- und Nilgänsen „enorm hoch“. Die Trübung des Wassers und die Algenblüte werden durch diese Tiere noch gefördert. Die Karpfen müssten abgefischt werden, sagt Gottfried Lehr, der ein Büro für Gewässerökologie betreibt. Aber auch gegen die Gänse müsse man etwas unternehmen.

Bejagen darf man die Tiere, die sich den Lebensraum an den beiden Weihern in den vergangenen Jahren erfolgreich gegen andere Wasservögel erobert haben, allerdings nicht. Das Gelände befindet sich noch innerhalb der geschlossenen Ortschaft. Also müsse man andere Wege finden, um den Gänsen das Leben an den Weiher so ungemütlich wie möglich zu gestalten, erläutert Lehr.

So gelte etwa ein Bewuchs mit Schilf am Ufer als gutes Abwehrmittel. „Das mögen die Gänse nicht, weil sie da kaum durchkommen.“ Außerdem seien die großen Wiesen direkt an den Weihern sowie im benachbarten Schlossgarten ein kleines Paradies für die großen Vögel. „Gänse lieben kurz gemähten Rasen, weil sie den frischen Austrieb gern fressen“, weiß der Experte. Das bedeutet, man müsste – zumindest neben den Weihern – das Mähen einfach mal für einige Zeit sein lassen.

Zu den etwas rigideren Methoden, um die Gänse zu vertreiben, zählen Hunde. Ganz gezielt müsse man, am besten mit gut ausgebildeten Vierbeinern, Hunde an den Weihern frei herum laufen lassen. Das vermiese den Gänsen, die ja vor allem während der Brutzeit Angst um ihren Nachwuchs haben, das Leben an den Schlossweihern.

Wichtig ist außerdem ein absolutes Fütterungsverbot, Das gibt es zwar längst, wird aber nicht immer eingehalten. Diese Maßnahmen sind nach Rücksprache mit Dr. Matthias Werner von der Vogelschutzwarte Fechenheim und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach besprochen.

Nach den Sommerferien soll mit der Sanierung begonnen werden. So muss vor allem ein Teil des Schlamms aus den Weihern geholt werden. Längerfristig stabilisieren könne man die Gewässer durch Röhricht-Zonen und die Förderung von Unterwasserpflanzen sowie eine regelmäßige Überwachung des Fischbestandes. Kurzfristig sollen zudem Schläuche zur Schlammbelüftung installiert und die ersten Karpfen abgefischt werden. (clb)

Rubriklistenbild: © Archivbild: p

Kommentare