Kein Platz bei den Gespenstern

Warteliste für Schulkindbetreuung an Adalbert-Stifter-Schule

Heusenstamm - Als freiwillige Leistung bietet die Stadt Heusenstamm seit neun Jahren eine Betreuung für Grundschüler außerhalb der Unterrichtszeiten an. Nun platzt diese Einrichtung zumindest an der Adalbert-Stifter-Schule aus allen Nähten. Von Claudia Bechthold 

Eine kurzfristige Lösung des Problems werde es wohl nicht geben, sagt Bürgermeister Halil Öztas. Deshalb werden einige Erstklässler an der Adalbert-Stifter-Schule im nächsten Schuljahr keinen oder nur einen Fünftel-Platz in der Schulkind-Betreuung erhalten. „Für die Situation der Familien habe ich vollstes Verständnis“, betont der Verwaltungschef in diesem Zusammenhang. 118 Kinder werden derzeit bei den „Schlossgespenstern“ im alten Altbau der Schule nachmittags bis 17 Uhr beschäftigt und betreut. Nach den Sommerferien sind 23 Plätze frei, aber 41 Kinder angemeldet. Daraus ergibt sich laut Öztas, dass sechs Kinder vorerst gar keinen Platz erhalten werden, elf Kinder an nur einem Tag jede Woche zu den Schlossgespenstern dürfen und 16 Kinder den gewünschten Platz erhalten. Leiterin Christina Koberstädt habe alles unternommen, um so viele Anfragen wie möglich zu erfüllen.

Der Grund für diesen Zuwachs an der Stifter-Schule, die im nächsten Schuljahr drei erste Klassen haben wird, sei die Veränderung der Schulgrenzen, berichtet der Bürgermeister. Weil der Bezirk der Otto-Hahn-Schule – auch wegen der neuen Wohngebiete an Alter Linde und südlich der Hohebergstraße – zu groß geworden sei, habe man den Bezirk der Stifter-Schule vergrößert. Bis dahin war die Stifter-Schule nur für Stadtteile östlich der Bahn zuständig.

Kurzfristig keine Rettung, aber vielleicht mittelfristig, sei der Ausbau des Dachgeschosses im Altbau an der Frankfurter Straße, schlägt Öztas vor. Etwa 20 zusätzliche Plätze könnten so geschaffen werden. Allerdings seien dabei der Denkmalschutz, der Brandschutz und das Thema Fluchtweg zu beachten. Als Fluchtweg müsse vermutlich eine Außentreppe angebracht werden, die Platz auf dem Schulhof in Anspruch nähme. Zudem gehören alle Schulgebäude dem Kreis, der mit einem Dachausbau erst einmal einverstanden sein müsste. Öztas will diese Idee dennoch beim Kreis vortragen.

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Der Rathauschef erinnerte zudem daran, dass die Schulkindbetreuung eine freiwillige Leistung der Stadt sei. Einen Rechtsanspruch auf einen Platz gebe es nicht. Außerdem sei die Stifter-Schule seit Mitte 2014 im „Profil eins“, was bedeutet, dass montags bis mittwochs die Schule selbst eine Betreuung bis 14.45 Uhr anbietet.

Auf die Situation bei den Schlossgespenstern ist auch die CDU aufmerksam geworden. Die Fraktion beantragt daher, nicht nur den Bedarfs- und Kostenentwicklungsplanes für Kindereinrichtungen entsprechend zu aktualisieren, sondern auch, Vorschläge zu entwickeln, wie der Bedarf gedeckt werden kann. Der von Land Hessen und Kreis Offenbach initiierte „Pakt für den Nachmittag“ soll einbezogen werden.

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