Der Stand der Einheimischen

Weinfest: Drei Generationen der Familie Ruppert schenken seit 20 Jahren aus

Heusenstamm - Das große Weinfest lockt verschiedenste Besucher an. Längst ist es auch zum Ereignis für Familien geworden. Alle tummeln sie sich sich zwischen Bannturm und Hinterem Schlösschen. Auch hinter den Theken entdeckt man hier und da ganze Familien. Darunter die Rupperts. Sie sind hier seit 20 Jahren vertreten mit den Eckelmann-Rebensäften. Von Yvonne Fitzenberger

Die Rupperts sind eine Besonderheit. Sie sind die einzige Familie, die auf dem Weinfest Heusenstamm vertritt. Und das mit inzwischen drei Generationen. Dass sie mit Leib und Seele dabei sind, kommt nicht von ungefähr: Angefangen hatte Hiltrud Ruppert, eine geborene Eckelmann, mit ihrem Mann Willi. Kennengelernt haben sich die beiden bei der Lese auf dem Weingut ihrer Eltern im rheinhessischen Alsheim. Es ist bereits seit 1730 im Eckelmann-Besitz und wird bis heute als Familienbetrieb geführt. Mit ihrem Umzug in die Schlossstadt zu ihrem Willi brachte Hiltrud auch die Weine ihrer Familie mit. Freunde und Bekannte waren so begeistert von Riesling und Burgunder, dass sie Hiltrud und Willi überredeten, am Weinfest teilzunehmen. Das ist nun 20 Jahre her, seitdem sind die Rupperts mit dem Eckelmann-Repertoire fester Bestandteil des Lockrufs.

Im Laufe der Jahre kamen die Töchter Christine und Stefanie dazu, die sich bis heute die Zeit nehmen, beim jährlichen Fest mitzumachen. Und auch die Enkel Nele und Nils sind nun an Bord, helfen mit viel Freude beim Ausschank. Da wird sogar gerne der Geburtstag oder der Hochzeitstag dort gefeiert. „Ich kümmere mich um den Stand!“, meldet sich Nele, sobald die ersten Besucher eintreffen. Da gibt es keine Einwände. „Das Publikum freut sich, wenn sie meine Enkel sehen“, sagt Hiltrud. „Sie nehmen das sehr gut an.“

Seit 20 Jahren auf dem Weinfest, das vor historischer Kulisse zwischen Bannturm und Schlösschen ein besonderes Ambiente entwickelt: Familie Ruppert, mittlerweile mit drei Generationen.

„Die Familie ist uns allen sehr wichtig“, betont die Chefin. „Wir sind stark mit ihr und unserer Herkunft verbunden.“ Alle Generationen helfen nicht nur auf dem Fest, sondern fahren auch zum Weingut von Hiltruds Eltern und packen bei der Weinlese mit an. Im Umkehrschluss können sie immer mit Hilfe von Freunden und Verwandten rechnen, wenn es um den Auf- und Abbau des Standes auf dem Heusenstammer Weinfest geht. „Wir verkaufen die Weine eigentlich nur an Privatkunden, aber für das Weinfest machen wir eine Ausnahme“, erklärt die Stand-Herrin. Ihr Mann sei gebürtiger Heusenstammer und ist sehr stark mit der Stadt verbandelt. Im Lauf der vielen Jahre lerne man da eben nahezu alle Nachbarn kennen.

Stolz berichtet Hiltrud auch vom tollen Publikum, dass das Weinfest anzieht. „Das Ambiente ist etwas ganz Besonderes, es ist gemütlich“, erklärt sie. Die Leute seien einfach klasse, es gebe selten Zwischenfälle. Und die meisten Menschen kenne man aus den Vereinen, „in denen wir sind, oder weil sie auch außerhalb des Festes unsere Kunden sind“. Außerdem gebe es Besucher, die jedes Jahr wiederkommen. Unzufriedene würden nun mal keine Stammgäste.

Bilder: Weinfest 2016 in Heusenstamm

Sie deutet auf ein Paar, das an einem der Tische sitzt. „Die beiden kommen jeden Tag aufs Weinfest und wenn ich sie hier nicht sehe, mache ich mir schon Sorgen, ob es ihnen gut geht“, lacht sie. „Ich habe sie gestern vermisst!“

Es gibt Menschen, gerade ältere Herrschaften, die auch einfach die Atmosphäre genießen. „Es gab da ein Ehepaar, das kam immer hier her, egal wie warm es war.“ Sie hätten gesagt, es sei hier so entspannend – viel schöner als in ihrer Wohnung.

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