Für 1850 Ausdauersportler führt der Weg ins Ziel nur über den Waldsee

7. Frankfurt City Triathlon: Von Boje zu Boje denken

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Den Jedermänner und -frauen war es gestern vorbehalten, das Triathlon-Spektakel am Waldsee zu eröffnen. Mit 400 Metern fiel ihre zu bewältigende Distanz mit Abstand am kürzesten aus. Die ersten waren nach knapp sechs Minuten wieder aus dem Wasser.

Langen - Beim Frankfurt City Triathlon geht es eine Nummer familiärer zu als beim „großen Bruder“ Ironman. Das zweite Triathlon-Großereignis des Jahres am Waldsee stand im Zeichen perfekter Wetterbedingungen: Bei morgendlichen 21 Grad Luft- und 22,5 Grad Wassertemperatur stürzten sich gestern 1850 Teilnehmer in acht Startgruppen in die Fluten. Von Cora Werwitzke 

„Attacke!“, „Von Boje zu Bojo denken!“ – Minuten vor dem ersten Startschuss des Tages bekommen die Jedermänner und -frauen von ihren Anhängern noch mal markige Sprüche und gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg. Aus großen Lautsprechern schallt „The Final Countdown“ von Europe. Wie um sich selbst Mut zu machen, hebt sich Beifall unter den Athleten. Drei, zwei, eins, Knall. Ohne übertriebene Hast nimmt das aus Anfängern, Breitensportlern und Kurzstrecklern zusammengewürfelte Teilnehmerfeld seine 400 Meter kurze Schwimm-Distanz in Angriff. Wer Start und Ankunft verfolgen will, muss sich sputen. Die ersten waten schon nach knapp sechs Minuten an anderer Stelle wieder triefend aus dem Wasser, um sich in der Wechselzone kurz darauf in ihre Radlermontur zu werfen.

Seit 7 Uhr früh tummeln sich am sonst für FKK-Zwecke freigegebenen Strandabschnitt unzählige Athleten und ihre Unterstützer. Wiedersehensfreude und Festivalstimmung prägen die Großveranstaltung, zu der weite Teile der Triathlon-Szene angerückt sind. Profis fachsimpeln untereinander, Einsteiger machen noch schnell ein Selfie mit ihren Anhängern. Viele haben am oberen Strandabschnitt Platz genommen, um den See mit seinen Bojen überblicken zu können.

Die goldenen Badekappen signalisieren, dass in der zweiten Startgruppe die Topathleten auflaufen. Darunter sind große Namen wie Steffen Justus, Natascha Schmitt und Hanna Philippin – die am Ende des Tages ganz vorne landen werden. Sonst laufen beim Frankfurt City Triathlon selten Mitglieder des Nationalteams auf. Doch wer kein Ticket nach Rio gelöst hat, kann etwas „Bewegung“ in der wettkampffreien Zeit gebrauchen. Organisatorin Annette Gasper freut es. Sie spricht mittag von einer weiteren reibungslos abgelaufenen Auflage. Mit rund 1850 Sportlern blieb die Teilnehmerzahl zwar unter der Anmeldemarke von mehr als 2000 Athleten, das entspricht nach Worten von Gasper aber den Erfahrungswerten. Laut DRK-Einsatzleiter Jens Zimmer hatten rund 40 Helfer vom hiesigen Roten Kreuz, der Wasserwacht und der DLRG einen ruhigen Vormittag.

Frankfurt City Triathlon 2016: Bilder

Kurz nachdem die Top-Athleten die erste Boje erreicht haben, sind eine reine Frauen- und später drei weitere Startgruppen über die olympische Distanz an der Reihe. Den Abschluss bilden die Sprinter, die mit ihrer zu bewältigenden Distanz zwischen „Jedermännern“ und dem Klassiker liegen. Athleten aus bis zu drei Gruppen sind gleichzeitig auf dem kräftezehrenden, eineinhalb Kilometer langen Kurs unterwegs. Der eine oder andere sicherlich mit dem vielsagend über Strand und Wasser schallenden Refrain „Highway to Hell“ im Ohr.

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