Juki-Farm zieht auf Areal oberhalb der Margaretenstraße

Acker wird endlich zur Spielwiese

Langen - Bahn frei für den Umzug der Juki-Farm: Ab Mitte September wird die Kinder- und Jugendfarm zwischen der Margaretenstraße und der Nordumgehung zu finden sein. Die Erschließung ist derzeit in Gange. Um die zu finanzieren, sucht der spendenbasierte Trägerverein Sponsoren. Von Julia Radgen 

Den neuen und den alten Standort der Kinder- und Jugendfarm trennen nur ein paar hundert Meter Luftlinie: Von der Elisabeth-Selbert-Allee zieht die Farm auf ein Grundstück zwischen Margaretenstraße und Nordumgehung. In drei bis fünf Jahren sollen durch eine Umlegung weitere Flächen hinzukommen, so dass der Einrichtung dann bis zu 6000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.  

Die neue Wiese ist bereits eingesät, der Zaun muss noch aufgestellt und die Stellplätze für die Container müssen mit Kies unterlegt werden. Nach und nach wandelt sich das bisherige Ackerland, gelegen zwischen der Margaretenstraße und der Nordumgehung, zum neuen Zuhause der Jugend- und Kinderfarm. Die Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Abwasser wurden schon verlegt. Eine Zufahrt muss noch eingerichtet werden. „Das Gelände wird benutzbar gemacht“, wie es Karin Eberhardt, Vorsitzende des Trägervereins der Farm, formuliert. Das Ackerland am Ende der Margaretenstraße liegt nur etwa 400 Meter vom bisherigen Sitz an der Elisabeth-Selbert-Allee entfernt. Der Umzug ist für den 14. September geplant. Er wurde mehrfach verschoben und war zuletzt war für vergangenen Herbst geplant; doch weil ein Bauer auf dem Grundstück noch Roggen gesät hatte, wollte man die Erntezeit abwarten. „Die Verzögerung ist für uns kein Problem“, sagt Eberhardt. Nun sei der Umzug gut organisiert und man könne noch einmal die Ferienspiele auf dem bisherigen Gelände ausrichten.

Das Grundstück gehört der Evangelischen Kirchengemeinde, der Trägerverein der Juki-Farm hat es für vorerst fünf Jahre gegen „eine geringe symbolische Summe“ gepachtet, sagt Eberhardt. Die 2008 eröffnete Farm mit Hügeln, Hochbeet und Kleintieren finanziert sich größtenteils über Spenden. 20 000 Euro erhält der Trägerverein jährlich als Unterstützung von der Stadt.

Die Firma Bonava, früher NCC, war von dieser gebeten worden, das Projekt zu unterstützen, sagt Eberhardt. Zuvor hatte sie mit der Firma Epple um die Bebauung des alten Farm-Areals an der Elisabeth-Selbert-Allee konkurriert und den Zuschlag für ein Gelände östlich der Hans-Kreiling-Allee erhalten. „Bonava ist unser Hauptsponsor und unterstützt uns finanziell, aber auch mit Beratung“, sagt Eberhardt. Zudem sei der Trägerverein mit anderen Sponsoren im Gespräch, um den offenen Anteil der Erschließungskosten zu decken. Dabei handelt es sich nur um die vorläufigen Kosten, den Sechs-Tage-Betrieb decken diese nicht.

Für Strom- und Wasserleitungen kommen laut Eberhardt rund 30.000 Euro zusammen. Davon übernimmt Bonava etwa 15.000, 10.000 Euro steuert die Stadt bei. Mit nochmal 40.000 Euro Kosten rechnet die Vorsitzende für die Arbeiten an Zaun, Zufahrt, Rasen, Stellplätzen und der Kiesunterlage für die Container. Hier hofft die Juki-Farm auf weitere finanzielle Unterstützung durch die Stadt, Bonava wolle sich an bis zu einem Drittel dieser Kosten beteiligen. Die Bürgerstiftung habe 3000 Euro zugesagt, mit anderen Stiftungen und Unternehmen liefen die Verhandlungen. „Wir kämpfen uns durch“, so Eberhardt.

Die Container der Juki-Farm finden nun zunächst auf dem nördlichen Teil des neuen Farm-Areals ihren Platz. Wie bereits berichtet, ist der neue Standort in Teilen eine Interimslösung. Eine Straße soll später durch das neue Gelände der Juki-Farm verlaufen, der südliche Bereich wird Bauland werden. „Vorerst ist unser Gelände dann etwa 3000 Quadratmeter groß“, sagt Eberhard. Aktuell können Kinder noch auf 5000 Quadratmetern toben. Nach einer Umlegung in drei bis fünf Jahren soll die Farm weitere Flächen für ein zusammenhängendes Grundstück erhalten. „Dann rechen wir mit bis zu 6000 Quadratmetern Fläche.“

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Vorerst ginge es nun darum, „alles unterzukriegen“ und Platz zum Spielen zu schaffen. Später könnten sich auf dem größeren Areal zu den bereits vorhanden Kaninchen und Meerschweinchen auch Hühner gesellen. Dazu wäre es denkbar, einen Teich anzulegen. „Huftiere sind zu teuer“, entkräftet Eberhardt die Hoffnung auf einen Streichelzoo mit Ziegen oder Schafen.

Bevor der große Umzug ansteht, haben Kinder noch einmal die Möglichkeit, die Farm in den letzten drei Ferienwochen unsicher zu machen: Zum letzten Mal werden auf dem Gelände an der Elisabeth-Selbert-Allee die städtischen Ferienspiele abgehalten (siehe Kasten). „Ich fände es schön, wenn die Ferienspiele später wieder auf unser Gelände kämen“, wünscht sich Eberhardt. Nicht zuletzt, weil viele Ferienspiel-Kinder später für einen Besuch zurückkehrten. Man müsse jedoch sehen, ob der vorerst geringere Platz für Ferienspiele in den nächsten Jahren ausreiche.

Rubriklistenbild: © Häsler

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