Konzert im Café Beans

Andreas Kümmert richtig gut bei Stimme

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Eng, heiß und vor allem gut: Andreas Kümmert und Tobias Niederhausen zelebrieren den Blues und zeigen beim Auftritt im Café Beans, dass gute Musik keine große Show braucht.

Langen - Man kann nun wirklich nicht jeden E-Mail-Newsletter abonnieren. Aber diesen einen des Café Beans sollten Musikfans in Langen schon haben. Von Markus Schaible 

Denn ohne ihn verpassen sie Abende wie diesen: Gerade mal ein paar Minuten nach der Ankündigung, dass Andreas Kümmert wieder mal in der Musikkneipe am Lutherplatz gastiert, waren alle Tickets weg. Diejenigen, die zum erlesenen Kreis der Kartenbesitzer zählten, haben alles richtig gemacht. Kümmert im Beans, das ist eine ganz besondere Nummer: Eng ist es, heiß ist es – und vor allem richtig gut ist es am Freitagabend.

Über die Klasse des Sängers müssen an dieser Stelle nicht viele Worte verloren werden. Wenn einer den Titel „The Voice of Germany“ wirklich verdient hat, dann der 29-Jährige aus Unterfranken, der die Castingshow im Jahr 2013 gewann. Natürlich gönnt man jedem Künstler Ruhm und die Möglichkeit, vor einem möglichst großen Publikum aufzutreten. Aber dass sich Kümmert damit mitunter schwer tut, ist nicht erst seit seinem Verzicht auf die Teilnahme am European Song Contest vergangenes Jahr bekannt.

Und, ganz ehrlich: In so einem kleinen Rahmen wie im Beans entsteht im Vergleich zu Hallenkonzerten noch mal eine ganz andere, ganz besondere Atmosphäre. Denn Andreas Kümmert fühlt sich in diesem fast familiären Rahmen sichtlich wohl. Gut gelaunt und durchaus selbstironisch („Ich hab ja auch ein Anti-Aggressionstraining gemacht“) interagiert er immer wieder mit den Besuchern, fordert sie zum Mitmachen auf.

Mitgebracht hat er den Tobias, ihn hat er „vorhin am Bahnhof aufgelesen, wo er rum saß und Gitarre gespielt hat“ (es ist natürlich sein langjähriger Gitarrist Tobias Niederhausen). Zusammen zelebrieren die beiden den Blues, überlegen zwischendrin schon mal, wie es weitergehen soll („Spielen wir jetzt einen Song, den wir lange nicht mehr gespielt haben – oder einen, den wir noch nie gespielt haben?“) und beweisen, dass gute Musik keine große Show braucht. Egal, ob Coverversionen oder eigene Stücke, das Programm bewegt sich auf gleichbleibend hohem Niveau.

Im Publikum werden derweil leere Gläser zu Besitzerin Silke Bentlin an die Theke weitergereicht und volle wieder zurück, während Kompagnon Markus Striegl mal eben am iPad den Sound-Mix korrigiert, um danach schnell in den Garten zu huschen und frische Minze für die Drinks zu holen. So könnte der Abend noch lange weitergehen, aber nach einer Zugabe ist leider Schluss. Bei dem Spaß, den alle hatten, bleibt nur zu hoffen, dass es nicht allzu lange dauert, bis es wieder mal heißt: Ganz schnell Karten ordern, der Kümmert kommt ins Beans.

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