Mit Hightech Menschenleben retten

Asklepios Klinik: Kleinste transportable Herz-Lungen-Maschine der Welt

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Kann ein Patient durch konventionelle Beatmung nicht mit genügend Sauerstoff versorgt werden, kommt die kleinste transportable Herz-Lungen-Maschine der Welt zum Einsatz. 

Langen - Seit rund fünf Jahren nutzen Professor Dr. Hans-Bernd Hopf und sein Team an der Asklepios Klinik Langen die kleinste transportable Herz-Lungen-Maschine der Welt, um schwerstkranken Patienten zu helfen.

Mit dem nur noch rund zehn Kilogramm schweren Hightech-Gerät werden Patienten mit schweren und schwersten Lungenentzündungen, Blutvergiftungen oder auch Patienten mit Schock nach Herzinfarkt behandelt. Dabei zieht Hopf, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und perioperative Medizin, eine überaus positive Bilanz. Für ihn steht fest: Ohne den Einsatz der Apparatur hätte er vielen Patienten nicht mehr helfen können. Das rund 35.000 Euro teure Gerät gibt es normalerweise nur an Unikliniken oder Krankenhäusern der Maximalversorgung. Im Rhein-Main-Gebiet steht nur dem Universitätsklinikum Frankfurt eine solche Maschine zur Verfügung.

Kann durch konventionelle Beatmung ein Patient nicht mit genügend Sauerstoff versorgt werden, zum Beispiel wenn die Lunge durch eine Infektion schwerst beeinträchtigt ist, kommt die Highend-Maschine zum Einsatz. Dabei wird die sogenannte ECMO-Therapie angewendet. ECMO bedeutet Extracorporale-Membran-Oxygenierung, also die Sauerstoffaufnahme außerhalb des Körpers über eine Membran.

Um eine ECMO durchzuführen, werden zwei Gefäß-Kanülen – eine in die Leistenvene und eine in die Halsvene – eingelegt. Danach pumpt das Gerät permanent Blut durch den sogenannten Membran-Oxygenator. Dort findet der Gasaustausch statt. Das Blut wird mit Sauerstoff angereichert und überschüssiges Kohlendioxid herausgefiltert. So wird die Lungenfunktion besonders schonend unterstützt und dem Organismus steht ausreichend Sauerstoff zur Verfügung. Gleichzeitig wird der Patient über einen Schlauch beatmet, um das Zusammenfallen der Lunge zu verhindern. Auch bei Herzinfarktpatienten mit schwerem Kreislaufschock infolge von Pumpversagen des Herzens wird die Maschine erfolgreich eingesetzt.

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„Ohne die ECMO hätten wir viele Patienten verloren. Das zeigt uns unsere Erfahrung mit dem Gerät. Auch internationale Studien bestätigen, dass die Überlebensrate von Patienten, bei denen das Verfahren angewendet wurde, um bis zu 30 Prozent höher gegenüber der Gruppe von Patienten liegt, die mit konventionellen Mitteln beatmet wurde“, so Professor Hopf. In den vergangenen fünf Jahren wurde das Gerät in Langen 130 Mal eingesetzt. Ganz billig ist das nicht: Die Behandlung mit der Maschine kostet zwischen 50.000 und 100.000 Euro je Patient.

ble

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