Awo-Ortsverein feiert 90. Geburtstag

Tragende Rolle im Sozialen

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Geschäftsführer Dirk Hartmann gehörte zu den Rednern, die zur Feier des Tages Grußworte überbrachten. Er holte einige Mitarbeiter auf die Bühne – mit den Worten: „Dann haben Sie auch mal ein Gesicht zu den Stimmen am Telefon“.

Langen -  Wer einem Geburtstagskind zum 90. Ehrentag alles Gute für die nächsten 90 Jahre wünscht, der will entweder bemüht lustig sein oder ist mit einer gesunden Portion Optimismus gesegnet. Beim 90. Von Daniel Untch

Geburtstag des Langener Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt dürfte dieser Optimismus durchaus angebracht sein. Die Langener Awo präsentiert sich auch neun Jahrzehnte nach ihrer Gründung lebendig und wird bei der Feierstunde zum runden Geburtstag folgerichtig in vielen Grußworten für ihre Arbeit gelobt. So auch von Bürgermeister Frieder Gebhardt, der die wichtige soziale Rolle der Arbeiterwohlfahrt hervorhebt und das großartige Engagement der Mitglieder lobt. Gebhardt hat eine besondere Verbindung zur Awo, war er vor seiner Wahl zum Rathauschef doch selbst Geschäftsführer des Ortsvereins.

Über die Gründung des Ortsvereins ist nicht allzu viel bekannt. Sie geht aber wohl auf die Langener Lehrerin Else Werner zurück. Unter ihrer Leitung begann sich in den 1920er Jahren eine Gruppe Frauen regelmäßig zu treffen, um zu singen, zu lesen und auch um über Politik zu reden. Da die Männer dieser Frauen allesamt aus der Arbeiterbewegung kamen, wurde aus dieser Gruppe schließlich ein Ortsverein der Awo.

Nach einem Verbot während der nationalsozialistischen Diktatur sorgten nach Ende des Krieges erneut engagierte Frauen dafür, dass die Awo wiederbelebt wurde. In den vergangenen 90 Jahren hat sich aus all dem schließlich ein lebendiger Ortsverein mit 420 Mitgliedern und 18 Mitarbeitern entwickelt.

Weitere Details zur historischen Entwicklungen können die Gäste im Foyer des Gemeindehauses der Martin-Luther-Gemeinde nachvollziehen. Dort hängen alte Bilder und Zeitungsausschnitte, etwa von Mitgliederehrungen oder über ein neues Auto für „Essen auf Rädern“. Das Essen nebenan duftet derweil bereits in den prall gefüllten Festsaal herüber. Deswegen und angesichts der Hitze gestalten die Redner ihre Grußworte kurz und knackig.

Ulrike Alex, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Offenbacher Awo, hebt die langjährige Arbeit des Langener Vorsitzenden Tim Ruder hervor. „Wenn es einer so gut macht, dann macht er den Job auch mal locker 30 Jahre“, konstatiert Alex, die zur Freude von Ruder und seinenem Team einen gut gefüllten Umschlag als Geschenk für den Ortsverein im Gepäck hat. Sonderapplaus gibt es anschließend auch für Geschäftsführer Dirk Hartmann, der sowohl den Mitgliedern als auch den Mitarbeitern dankt – denn, wie er sagt: „Ohne sie ist die Awo nichts.“ Um die Arbeit der Aktiven zu würdigen, holt er einige von ihnen auf die Bühne. „Dann haben Sie auch ein Gesicht zu den Stimmen am Telefon“, lässt er die Gäste wissen. Hartmann lobt auch das Projekt „Demokratie leben“, an dem die Awo teilnimmt. Das Bundesprogramm dient der Stärkung der Demokratie und zur Prävention gegen Extremismus. Dazu betont der Geschäftsführer: „Wir leisten hier schließlich auch politische Arbeit anhand unserer Grundsätze.“ Diese seien keine Floskeln, sondern werden von den Mitarbeitern gelebt. „Die haben das in den Genen“, stellt Hartmann klar.

Vorsitzender Tim Ruder freut sich über die Grußworte und die Würdigung der Arbeit – „das tut uns allen gut“, sagt er: „Das alles zeigt, dass wir auch im 21. Jahrhundert noch gebraucht werden.“

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