Linke fordert, bei Mobilität umzudenken

B486: „Ausbau löst Problem nicht“

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Langen - Als Reaktion auf die von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung favorisierte Rückbesinnung auf den vierspurigen Ausbau der B 486 fordert die im Parlament mit zwei Kommunalpolitikern vertretene Linke ein Umdenken im Bereich der Mobilität.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Joost Reinke fordert, sich nicht nur auf besagtes Projekt zu fixieren, sondern ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept für die Stadt zu entwickeln. Nach Reinkes Worten werden Langens Verkehrsprobleme durch den Ausbau der B 486 nicht gelöst, sondern nur um einige Kilometer verschoben. Viel sinnvoller sei es deshalb, den öffentlichen Nahverkehr zu fördern, was laut der Linken eine attraktive Preisgestaltung mit einschließt, um den Individualverkehr mit dem Pkw einzuschränken.

Der passionierte Fahrradfahrer Reinke fordert ein Umdenken im Mobilitätsverhalten. Mehr Fahrradfahren oder zu Fuß gehen entlaste nicht nur die Umwelt, sondern sei auch gut für die Gesundheit: „Es entschleunigt unser teilweise hektisches Leben und schafft mehr Lebensqualität.“ Die Fixierung auf eine autozentrierte Mobilität zeigt in seinen Augen allerorten ihre Schattenseiten. Egal, ob Eltern ihre Kinder bis direkt vor den Kindergarten oder die Schule fahren und dabei teilweise abenteuerlich parken, oder ob manche zum Brötchenkauf am Samstagmorgen mit dem Auto vorfahren – „diese kollektive Bequemlichkeit verpestet unsere Luft und verstopft unsere Straßen – und das völlig unnötig!“, proklamiert Reinke.

Alles zum „B486-Ausbau“ in Langen

In diesem Zusammenhang sei der geplante Supermarkt-Magnet an der oberen Bahnstraße mit dem zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsaufkommen planerisch auf dem Stand der 80er Jahre. „Langen muss aufpassen, dass nicht jede noch freie Grünfläche zubetoniert wird, um dort entweder neue Häuser, Supermärkte oder Parkplätze zu schaffen“, fährt Reinke fort. Die Linke resümiert deshalb: „Weder zusätzliche Parkhäuser noch neue Straßen werden die Verkehrssituation entspannen – denn sie bewirken nur eines: Es werden noch mehr Autos und Lkw fahrend wie ruhend davon angezogen. Was wir brauchen ist eine grundlegende Verkehrswende, die in den Köpfen der Bürger, der Politiker und auch der Wirtschaftsförderer beginnen muss.“

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cor

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