Sicherheit dank Minikreisel

Bagger rollen an der Zimmerstraße

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Langen - Die Kita Mittendrin, im Sommer 2015 eröffnet, macht sich richtig gut auf dem ehemaligen SSG-Sportplatz an der Zimmerstraße. Nun soll das Umfeld der Betreuungseinrichtung das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Erscheinungsbild erhalten. Von Holger Borchard 

Die auf mehrere Monate taxierten Arbeiten sollen bereits in den nächsten Tagen beginnen – den Anwohnern bescheren sie vorübergehende Einschränkungen und das Ende langjähriger Parkgewohnheiten. Endlich soll der geplante Stadtgarten im hinteren Bereich des ehemaligen Spielfelds Gestalt annehmen, darüber hinaus hat der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag zum Bau von Parkplätzen sowie eines Geh- und Radwegs vergeben. Als Sieger der Ausschreibung ging ein Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen aus Klein-Winternheim hervor, das ein Angebot von summa summarum 400.000 Euro unterbreitet hatte. „Es geht jetzt ganz schnell“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. „Fast schon zu schnell“, merkt Erster Stadtrat Stefan Löbig an. „Denn dass die Firma sagt: ,Wir gehen sofort ans Werk’, hat uns schon ein bisschen überrascht, wenn auch positiv. Jetzt müssen wir allerdings alle betroffenen Einrichtungen – Kita, Schule, ZenJA und Kraftsportverein – darüber informieren, was auf sie zukommt.“ Vor allem gelte dies natürlich auch für sämtliche Anwohner – „diesen Part übernimmt das Bauunternehmen“, verspricht Löbig.

Losgehen sollen die Arbeiten nächste Woche unter Regie der Kommunalen Betriebe. Hinter der Turnhalle der Ludwig-Erk-Schule, in direkter Nachbarschaft zur Kita, werden rund 50 Parkplätze für Autos und 36 für Fahrräder entstehen. Geparkt wird dort schon heute – in geringerem Umfang und zum Teil „wild“. „Einige neue Autostellplätze werden für Kita und Grundschule reserviert, die meisten sind für die Allgemeinheit“, sagt Gebhardt.

Darüber hinaus haben die Garten- und Landschaftsbauer den Auftrag, Langens erste Fahrradstraße zu verlängern. Selbige verläuft bislang über die Schillerstraße und endet am Albertus-Magnus-Platz vor der Dreieichschule. Künftig soll sie sich auf dem vorhandenen Geh- und Radweg am Zentrum für Jung und Alt (ZenJA) fortsetzen und nach einer S-Kurve zwischen den Parkplätzen und der Kita in Höhe der Jahnstraße auf die Zimmerstraße münden. „An dieser Stelle wird ein Minikreisel angelegt, der mehr Sicherheit vor allem für die vielen Schüler bringt, die dort die Zimmerstraße mit dem Rad überqueren“, betont Gebhardt. Ausgedient haben wird dann die Fußgängerampel, die ein Zebrastreifen ersetzten wird. Die Fahrradstraße wird drei Meter breit und durch einen Bordstein vom Gehweg getrennt.

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Die Zimmerstraße selbst soll ebenfalls fahrradfreundlicher werden. Vorgesehen sind Schutzstreifen auf beiden Seiten zwischen Wolfsgarten- und Bahnstraße. Konsequenz: Das Parken am Fahrbahnrand wird nicht mehr möglich sein. „Dafür wird es die neuen Parkplätze an der Kita geben“, sagt Löbig – leise vorahnend, dass das Ende jahrelang gepflegter Parkgewohnheiten nicht frei von Anwohnerprotesten abgehen könnte. Seine Ansage: „Kein Haus im betroffenen Gebiet wurde ohne Stellfläche oder Garage gebaut – man muss sie eben auch als solche nutzen und nicht als Rumpelkammern.“ Der Bürgermeister lenkt den Blick aufs große Ganze: „Mit all diesen Verbesserungen tragen wir dem zunehmenden Radverkehr in unserer Stadt Rechnung.“

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Vorangehen wird es auch mit dem geplanten Stadtgarten. Die 4200 Quadratmeter große Fläche westlich der Kita in Höhe des ZenJA soll „naturnaher Bürgergarten“ werden, bei dem die Öffentlichkeit in die Gestaltung und Pflege einbezogen wird. Das ist aber der zweite Schritt. „Zunächst werden der Stadtgarten modelliert, das Wegenetz hergestellt und die Leitungen für Strom und Wasser verlegt. Die beauftragte Firma erledigt jetzt alles, was schwere Maschinen erfordert“,weiß Gebhardt.

Erreichbar sein wird der Bürgergarten nicht nur über die Zimmerstraße, sondern auch von der Wolfsgartenstraße aus über einen Fußweg an der großen Wohnanlage. Ein weiterer Zugang westlich des ZenJA führt in Richtung Albertus-Magnus-Platz. Ebenfalls beim ZenJA soll eines Tages ein Weg über das Gelände des Petrus-Gemeindehauses direkt zur Bahnstraße beginnen.

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