Bebauungsplan soll beschlossen werden

Bald grünes Licht für Quartierszentrum in Bahnstraße

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Das in der Bahnstraße 39-43 geplante Quartierszentrum soll mit einem Supermarkt im Erdgeschoss Kunden in die Innenstadt locken, die dann auch in den umliegenden Geschäften einkaufen.

Langen - Es soll „der Stent am Herz der Bahnstraße“ werden, sagt der städtische Fachbereichsleiter Carsten Weise. Er ist sich sicher: Das Magnet-Projekt auf dem Areal vis-à-vis der Zimmerstraße „ist eine Chance, um die uns viele Nachbarkommunen beneiden“. In Kürze sollen die Stadtverordneten grünes Licht für den Bau geben. Von Markus Schaible 

Die ersten Überlegungen gab es bereits 2008, nun will der Magistrat den Weg für das Quartierszentrum an der Oberen Bahnstraße mit einem Supermarkt als Frequenzbringer für die Innenstadt endgültig freimachen. Sieben Behörden und Träger öffentlicher Belange sowie zehn Privatleute (acht davon vertreten durch einen Anwalt) haben nach der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfs Stellungnahmen abgegeben. Nach eingehender Prüfung und Abwägung sei der städtische Fachdienst Bauwesen, Stadt- und Umweltplanung zum Ergebnis gekommen, „dass der Plan außer redaktionellen Änderungen und Ergänzungen keiner weiteren Überarbeitung bedarf“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne).

Hauptpunkte der Stellungnahmen seien Fragen zur Lärm- und Verkehrsbelastung, zur Höhe der Gebäude, zum Erhalt der heutigen Brachflächen auf dem Gebiet und zur Sinnhaftigkeit des vorgesehenen Einzelhandels gewesen. „Auf all diese Punkte gibt der Bebauungsplan schlüssige Antworten“, betont Löbig. Die angestrebte Neubebauung im Herzen der Innenstadt beruhe auf sorgfältigen Erwägungen, fundierten Studien und intensiven Abstimmungen im Stadtumbauprozess. Zudem werde sie von Erkenntnissen in anderen Innenstädten gestützt. Hauptziel ist, mit dem Supermarkt Kunden auf die Bahnstraße zu holen, die dann auch in anderen Geschäften einkaufen. „Die Einzelhändler in der Innenstadt sehen das Projekt sehr positiv“, berichtet der für die Wirtschaftsförderung zuständige Fachbereichsleiter Joachim Kolbe.

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„Wir haben jetzt die Grundstücke, wir haben jetzt Investoren, wir haben jetzt einen fundierten Bebauungsplan und somit jetzt die einmalige Chance, unsere Innenstadt durch ein neues und zeitgemäßes Angebot mit Magnetfunktion aufzuwerten“, sagt Löbig. Obendrein seien wegen der anhaltend großen Nachfrage die geplanten Wohnungen ein Pluspunkt. Bei den benachbarten Anwohnern kommt das Projekt bekanntermaßen alles andere als gut an. Angst vor Klagen haben die Verantwortlichen aber nicht: „Der Plan ist rechtssicher“, sagt Weise. „Ich sehe nicht, dass uns eine Klage stoppen kann, denn es gibt keinen Grund dafür.“

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Nach einem unabhängigen Gutachten sei die Lärmzunahme als Folge des Bauvorhabens vernachlässigbar. Die Gutachter rechnen damit, dass das Verkehrsaufkommen auf der Bahnstraße von jetzt 8 400 Fahrzeugen pro 24 Stunden um 500 Autos steigt. Der Verkehr sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen und werde selbst durch die prognostizierte Zunahme frühere Werte nicht erreichen. Die geplante Erschließung mit Zu- und Abfahrt in beziehungsweise aus der Tiefgarage gegenüber der Einmündung Zimmerstraße bringe zudem nicht im spürbaren Umfang weitere Autos auf die nördlich angrenzenden Wohnstraßen.

Für die Sicherheit der Fußgänger, vor allem der Kinder der Ludwig-Erk-Schule, werde die Verschiebung der bestehenden sowie die Errichtung einer zweiten Fußgängerampel sorgen. Für die Zufahrt in die Tiefgarage wird eine Linksabbiegespur auf die Bahnstraße markiert. Fahrradfahrer sollen beiderseits Schutzstreifen erhalten. Folge dieser Umgestaltung ist, dass die Parkplätze in Höhe der Ludwig-Erk-Schule wegfallen. Der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr berät den Bebauungsplan am Mittwoch, 22. Juni, 20 Uhr, im Rathaus. Der Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung soll am 14. Juli fallen.

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