Bebauungsplan für den Supermarkt in der Bahnstraße

Magnet-Projekt auf der Zielgeraden

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Das in der Bahnstraße 39-43 geplante Quartierszentrum soll mit einem Supermarkt im Erdgeschoss Kunden in die Innenstadt locken, die dann auch in den umliegenden Geschäften einkaufen.

Langen - Die Ampel steht auf Gelb und wird aller Voraussicht nach am 13. Oktober auf Grün springen: Für den Supermarkt („Magnet“) in der Innenstadt hat sich im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr eine deutliche Mehrheit gefunden. Von Markus Schaible 

Nur UWFB, FWG-NEV und Linke lehnen den Bebauungsplan „Quartierszentrum Obere Bahnstraße“ noch ab. Sie haben es sich nicht leicht gemacht, die Mitglieder des Bauausschusses: Zwei Stunden haben sie gefragt, diskutiert und mit sich gerungen, dabei noch einmal völlig neue Argumente hervorgeholt. Denn nach einem Rundfunkbeitrag vor wenigen Tagen hat die CDU ein bislang unbedachtes Problem ausgemacht: Der Radschnellweg Darmstadt – Frankfurt solle über Zimmer-, Bahn- und Heinrichstraße geführt werden – und damit genau an der Stelle vorbei, an der durch den Supermarkt sowieso mehr Verkehr zu erwarten sei, so Fraktionschef Jörg Nörtemann. Das berge erhebliches Gefahrenpotenzial.

Es sei richtig, dass eine der diskutierten Routenvarianten dort vorbeiführe, bestätigte der städtische Fachbereichsleiter Carsten Weise. Und Simon Valerius, Fachdienstleiter für die Stadtplanung, ergänzte: „Durch die Umgestaltung des gesamten Bereichs und die Veränderung der Straßenquerschnitte haben wir die Möglichkeit, dort Radwege zu schaffen, um den Fahrradverkehr künftig gefahrenfrei durch diese schwierige Stelle zu führen.“ Zumal es, wie Erster Stadtrat Stefan Löbig betonte, bei der Gesamtplanung des Regionalverbandes längst nicht mehr um einen Radschnellweg gehe: „Es ist wohl mittlerweile klar geworden, dass die Mindestanforderungen für einen Schnellweg an vielen Stellen gar nicht eingehalten werden können.“ Vorgesehen sei nun nur noch die Schaffung einer sogenannten Raddirektverbindung, kurz RDV.

Aber auch diese sollte nicht an dieser Stelle die Bahnstraße kreuzen, war die vorherrschende Meinung im Ausschuss – wobei Rolf Diefenthäler (FDP) der Ansicht ist: „Wenn wir den Magnet beschließen, wird sich die Frage nach dem Radweg dort überhaupt nicht mehr stellen.“ Präferiert wird von Langens Kommunalpolitikern eine Routenführung entlang der Bahntrasse. Genau das möchte die CDU so auch festgeschrieben haben; Nörtemann kündigte einen entsprechenden Antrag noch zur kommenden Stadtverordnetensitzung an. SPD und Grüne signalisierten Einvernehmen – insofern war dieses Problem schon einmal aus dem Weg geräumt.

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Ansonsten drehte sich die Diskussion wieder einmal um die bekannten Themen Parkplätze, Gestaltung und Bebauungsdichte – aber auch um eine weitere Facette, die Joost Reinke (Linke) ins Gespräch brachte: Er hätte neben der gewerblichen Nutzung gerne Sozialwohnungen an dieser Stelle. Und Heinz-Georg Sehring (NEV) ergänzte: „Warum setzt man das Gesamtvorhaben nicht mit unseren eigenen Wohnungsbaugesellschaften um? Dann könnte dort auch günstiger Wohnraum angeboten werden. Wir geben unseren Einfluss ohne Not aus der Hand.“

Dafür musste er sich von Weise belehren lassen: „Abgesehen davon, dass es gar keine städtischen Baugesellschaften gibt – die von Ihnen wohl gemeinten bauen keine Gewerbeimmobilien.“ Und Rainer Bicknase (SPD) betonte mit Blick auf die Linken: „Allein die erforderliche Tiefgarage macht das Bauen so teuer, dort können keine Sozialwohnungen entstehen.“ „Wenn unsere Bedürfnisse mit den Wünschen des Investors übereinstimmen, sollten wir das machen“, brachte Rainer Schöner (Grüne) die grundsätzliche Entscheidung auf den Punkt: „Das ist die letzte Chance, in der Bahnstraße etwas zu bewegen.“ Mit dem positiven Votum im Ausschuss durch CDU, SPD, Grüne und FDP dürfte die Zustimmung im Parlament gesichert sein.

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