Stellvertreter für die Managementaufgaben?

Betreuung auf stabilere Füße stellen

Langen - Im Betreuungsbereich ist der Magistrat bestrebt, an vielen Stellschrauben zu drehen, um den Plätze-Engpass abzumildern und die Arbeitsbedingungen der Erzieher zu verbessern.

Für Letzteres gibt es nun den Vorschlag, in den städtischen Einrichtungen künftig zur Entlastung der Einrichtungsleiter Stellvertreter zu berufen. Kinderbetreuung ist eine Aufgabe mit stetig wachsenden Anforderungen. Der Magistrat reagiert darauf mit einer Beschlussvorlage, die für die städtischen Tageseinrichtungen generell stellvertretende Leitungen vorsieht. Einzige Ausnahme ist das vergleichsweise kleine Schulkinderhaus, das nur von 20 Kindern besucht wird. Mit diesem Schritt beabsichtigt die Stadt, dem Tarifabschluss für den Sozial- und Erziehungsdienst Rechnung zu tragen.

In städtischen Einrichtungen mit mindestens 100 Mädchen und Jungen und in der Kita Am Wald (Paul-Ehrlich-Straße) ist die stellvertretende Leitung bereits Praxis. Künftig soll diese Regelung auch für die Häuser Bullerbü (Darmstädter Straße) und Kunterbunt (Elisabethenstraße) sowie die Kitas Sonnenschein (Ohmstraße), Unterm Regenbogen (Leukertsweg) und Wundertüte (Westendstraße) gelten. „Die Erfahrungen zeigen, dass es zu Notsituationen kommt, wenn die Leitung für längere Zeit ausfällt“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. Das habe negative Auswirkungen auf den Alltag der Einrichtung, auf die Erziehungspartnerschaften mit den Eltern und durch unerledigte Arbeit auf den Verwaltungsbereich der Kita. Der steigende Umfang der Managementaufgaben mache eine ständige Vertretung inzwischen aber auch dann notwendig, wenn die Leitung zum Beispiel in Urlaub sei.

Mit der Neuerung will der Magistrat nicht zuletzt die Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten in den Kitas verbessern und somit die Attraktivität dieser Arbeitsplätze steigern. „Vor dem Hintergrund, dass die Stadt händeringend Erzieherinnen und Erzieher sucht, ist das ein nicht zu vernachlässigender Aspekt“, betont der Erste Stadtrat.

Die stellvertretenden Leiter oder Leiterinnen sollen künftig je nach Größe der Einrichtung entweder zu 20 oder zu 50 Prozent von ihrer pädagogischen Arbeit freigestellt werden. Folge ist, dass unterm Strich drei zusätzliche Stellen für Erzieherinnen beziehungsweise Erzieher geschaffen werden müssen.

Die Vorlage des Magistrats beraten der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am 12. und der Haupt– und Finanzausschuss am 19. Mai (je 20 Uhr im Rathaus). Die Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung ist für den 2. Juni vorgesehen. Die finanziellen Auswirkungen würden sich auf knapp 190.000 Euro belaufen.

cor

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