Sponsorenlauf im Bannwald

BUND sammelt Spenden für Klage gegen den Kiesabbau

Langen - Der Kiesabbau im Bannwald ist in vollem Gang. Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist guter Hoffnung, vor Gericht zumindest den noch nicht gerodeten Teil retten zu können. Zur Finanzierung der Klage findet nun ein weiterer Sponsorenlauf statt.

Die Fakten sind bekannt: Auf einer Gesamtfläche von rund 64 Hektar (0,640 Quadratkilometer) soll südöstlich des Langener Waldsees Bannwald für die weitere Kiesgewinnung gerodet werden. Das Regierungspräsidium Darmstadt genehmigte im November 2013 der Firma Sehring diese Rodung und Auskiesung. Seitdem wurde durch einen genehmigten Sofortvollzug in zwei Abschnitten etwa 14 Hektar Wald gerodet und mit der Auskiesung begonnen. Eine erste Klage des BUND vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt scheiterte zwar, allerdings verlangten die Richter Nachbesserungen beim Planfeststellungsbeschluss. Mittlerweile sind die Naturschützer vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel gezogen.

„Noch haben wir die Hoffnung, die weitere Rodung und Auskiesung mit unserer Klage gegen diese Genehmigung stoppen zu können“, sagen Siegfried Eyrich und Bernhard Sommer vom BUND-Ortsverband Langen/Egelsbach: „Die Belange des Naturschutzes, das Leben verschiedenster und auch sicherlich schützenswerter Pflanzen- und Tierarten an diesem Standort sind bei der Genehmigung nicht gebührend berücksichtigt worden. Zudem ist der Verlust an Raum für die Erholung der Menschen noch nicht bedacht worden.“ Die Klage kostet den BUND aber Geld. Genau deswegen veranstaltet er am Sonntag, 19. Juni, einen Sponsorenlauf südlich des Waldsees.

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Dabei können die Teilnehmer auf eine etwa 3900 Meter lange Runde gehen, die an der bereits gerodeten Fläche vorbeiführt. „So können sich Teilnehmer ein Bild über das unglaubliche Geschehen machen“, erklären die Veranstalter. Die Läufer starten gegen eine Spende, die entweder sie selbst oder ein Sponsor übernehmen. Dieses Startgeld sollte pro Runde rund fünf Euro betragen, sagen die Naturschützer zu ihren Erwartungen.

„Der Lauf ist kein Wettlauf“, betonen Eyrich und Sommer. Die Teilnehmer können selbst entscheiden, ob sie es eher sportlich oder als Waldspaziergang angehen. Gestartet werden kann zwischen 10 und 13.30 Uhr. Start- und Zielpunkt ist die Kreuzung Einzelheckschneise/Siebente Steinschneise, etwa 500 Meter vom Wasserwerk West am Ende der Paul-Ehrlich-Straße entfernt (den Wegweisern folgen).

Bilder: Bannwald erhalten oder Kies abbauen?

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