Auftakt mit Glanztat

Deutsch-chinesisches Klassikfestival in Langen

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Notenblätter braucht sie nicht: Xiao-Mai Zhu kennt jede Note der gut einstündigen Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach auswendig. Ihr Konzert zum Auftakt des Deutsch-chinesischen Classic Music Festivals begeisterte das Publikum restlos.

Langen - Für Organisator Mike Jin ist ein Traum in Erfüllung gegangen – und das Publikum kann sich freuen, bei einem außergewöhnlichen Ereignis dabei gewesen zu sein: Mit ihrem einzigen Europakonzert in diesem Jahr hat Xiao-Mai Zhu das erste Deutsch-chinesische Classic Music Festival eröffnet. Von Markus Schaible 

Johann Sebastian Bachs Goldberg Variationen gelten als eine der schwierigsten Klavierkompositionen des großen Komponisten. Um ein Werk dieser Klasse in Perfektion dargeboten zu bekommen, nehmen Klassikfans oft weite Wege in Kauf. Dass es nun in der Langener Stadtkirche erklang, ist also eine absolute Besonderheit. Zugegeben, Xiao-Mai Zhu ist dem breiten Publikum nicht allzu bekannt, auch wenn ihre CD mit eben diesem Werk derzeit recht häufig bei Amazon geordert wird. In internationalen Kritikerkreisen gilt die 1949 geborene Chinesin, die in Paris lebt, aber als Koryphäe. Warum, wird schon nach den ersten Tönen klar. Mit absoluter Leichtigkeit, gleichzeitig aber ungeheuer ausdrucksstark zelebriert die Pianistin das Stück – und erntet minutenlang stehende Ovationen.

Organisatoren und Künstler des Festivals seien „musikalische Brückenbauer zwischen unseren Kulturen“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt über das Festival. Weiter geht es heute mit Veit Hertenstein und am Samstag mit Ruxin Zhang (jeweils 20 Uhr, Stadtkirche); zum Abschluss am Sonntag (Stadthalle) dirigiert Muhai Tang.

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