Neu gegründete Intensivklasse des Gymnasiums

Eine Extraportion Deutsch an der Dreieichschule

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Mit Lehrerin Blerta Berjani tasten sich die Schüler der Intensivklasse an ihre neue Heimat heran. Das Foto zeigt einen Teil der Jungen und Mädchen, die aus vier verschiedenen Ländern stammen.

Langen - An der Dreieichschule gibt es erstmals eine Intensivklasse. 15 junge Menschen, die mit ihren Familien vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind, bekommen dort zusammen Sprachunterricht. Peu à peu sollen sie punktuell auch andere Fächer in Regelklassen besuchen. Von Cora Werwitzke

Blerta Berjani ist an der Dreieichschule die Hauptansprechpartnerin für Deutsch als zweite Sprache. Sie leitet die neu gegründete Deutsch-Intensivklasse – ein Ausdruck, der sich allseits eingebürgert hat. Die Schulbehörde spricht formal korrekt von Seiteneinsteiger-Klassen. „Die meisten Schüler sind ohne jegliche Deutschkenntnisse aus allen Teilen der Welt nach Deutschland gekommen“, berichtet Lehrerin Berjani. „Die Gründe dafür sind unterschiedlich, Flucht und Vertreibung durch Krieg, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit oder auch ein ganz persönliches Schicksal.“ Sie sind zwischen elf und 15 Jahre alt und stammen überwiegend aus Afghanistan, aber auch aus Syrien, Italien und Polen. Im Klassenverband pauken sie Deutsch, haben aber auch etwas Englisch-, Mathe- und Sportunterricht.

Sobald die Jugendlichen ein gewisses Sprachniveau erreicht haben, gehen sie stundenweise in Regelklassen. „Dadurch lernen sie frühzeitig das deutsche Schulsystem kennen und gewinnen Freunde in ihren zukünftigen Klassen“, berichtet die Lehrerin. „Bei eins, zwei Schülern ist das bereits der Fall.“ Nach einem Jahr wechseln die Jugendlichen dann regulär in andere Klassen – „dabei wird geschaut, welche Schulform und welche Jahrgangsstufe für sie passend ist“, so Berjani. Insofern sind die Intensivklassen zunächst als schulübergreifend zu verstehen. Im Fall der Fälle kann die Intensivklasse noch ein Mal wiederholt werden.

Angesichts der hohen Zuzugszahlen sind nach den Worten von Blerta Berjani alle Schulen – ganz gleich welche Schulform – angehalten, Intensivklassen einzurichten. „Dennoch sind wir eines der wenigen Gymnasien, das das als seine Aufgabe sieht.“

Bilder: Abiball der Dreieichschule in Langen

Nach den ersten Wochen kann die Lehrerin bereits sagen, dass sie ihre Schüler sehr motiviert erlebt. „Die Heterogenität ist innerhalb der Klasse natürlich groß – das liegt allein schon wegen der Altersspanne auf der Hand“, sagt sie. Aber es sei zu spüren, dass die Jugendlichen froh sind, zur Schule gehen zu können. An den beiden anderen weiterführenden Schulen in Langen – der Albert-Einstein- und der Adolf-Reichwein-Schule – gibt es bereits länger Intensivklassen. Seit Anfang April bildet das Staatliche Schulamt Offenbach sämtliche Lehrer, die in Deutsch-Intensivklassen unterrichten, an der Albert-Einstein-Schule aus.

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