Ein durchweg faires Geschäft

Emblem kennzeichnet Weltladen als gerecht handelnde Organisation

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Faire Produkte, Lieferketten und Arbeitsbedingungen: Die Mitarbeiter des Weltladens freuen sich, dass sie nun als gerecht handelndes Unternehmen anerkannt sind. Dazu gratulierte Joachim Kolbe (links), Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung.

Langen - Der Weltladen an der Bahnstraße ist nun offiziell ein fair handelndes Geschäft. Das bestätigt ein entsprechendes, von der Weltorganisation WFTO verliehenes Emblem an der Tür. Kunden können nicht nur sicherer einkaufen, es regt den Laden auch an, sich zu verbessern. Von Julia Radgen 

Abstrakte menschliche Körper in Grün- und Blautönen formen eine Weltkugel auf knallorangenem Grund. Darüber prangt die Aufschrift „Fairer Handel. Geprüft.“ Dieses Emblem, verliehen von der Weltorganisation für Fairen Handel, kurz WFTO, schmückt fortan die Tür des Weltladens. Sehr zur Freude von Margarete Rölz, der Vorsitzenden des Trägervereins: „Das ist eine einmalige Qualitätsbeschreibung für uns.“ Der größte Unterschied zum bekannten Fairtrade-Siegel, das sich auf immer mehr Lebensmitteln findet: Das Emblem der WFTO zeichnet keine Produkte aus, sondern Unternehmen als Ganzes. „Das schließt auch unsere Arbeitsweise und unsere Strukturen im Geschäft mit ein“, erklärt Rölz. Der Weltladen handele „durch und durch fair“, betont die Vorsitzende.

„Die Kunden können sich noch sicherer fühlen, wirklich fair gehandelte Waren zu erstehen“, sagt Joachim Kolbe, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung. Nur geprüfte Organisationen des Fairen Handels dürften diese anbieten. Die Lieferkette ist bei den Produkten, die über die Theke des ehrenamtlich geführten Geschäfts gehen, transparent: Die Lieferanten teilen dem Weltladen mit, woher die Ware kommt, welcher Preis an die Produzenten gezahlt wurde und wie die Zusammenarbeit abläuft. So sollen auch wirtschaftlich benachteiligte Bauern eine Chance auf dem Markt erhalten, Kinder- sowie Zwangsarbeit ausgeschlossen werden.

Der Langener Weltladen reicht diese Informationen an seine Besucher weiter. „Es ist wichtig, dass unsere Kunden informiert sind“, sagt Rölz. Sie und ihre 20 Mitarbeiter verkauften „faire Produkte ohne Deckmäntelchen“. Um das WFTO-Emblem zu erhalten, musste der Weltladen an einem zweistufigen Prozess teilnehmen. Vom Weltladen-Dachverband flatterte ein umfangreicher Fragebogen ins Haus, auf dem die Langener technische Daten und Informationen zu Arbeitsweise und Lieferanten angeben mussten.

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Nach positiver Rückmeldung folgte Schritt zwei: wechselseitige Lernbesuche mit dem Weltladen Neu-Isenburg. „Wir haben noch einige Schwächen“, sagt Rölz. Von der Arbeitsweise der Kollegen habe man sich etwas abschauen können und umgekehrt. „Am wichtigsten für uns ist, dass wir jetzt Tätigkeitsbeschreibungen anfertigen“, erklärt die Vorsitzende. Was konkret in den Bereichen Ein- und Verkauf, Ladendienst, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen zu tun sei, helfe jetzigen Mitarbeitern und künftigen.

Mit der Auszeichnung durch das Emblem ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. „Wir müssen in einem Bericht an den Dachverband aufschreiben, wie wir uns verbessern wollen.“ Im im kommenden Jahr müsse man Fortschritt nachweisen. Auf lange Sicht will Rölz auch hauptamtliche Mitarbeiter einstellen. „Das alles ist eine dauerhafte Arbeit, wir werden uns nicht auf die faule Haut legen.“

Der Weltladen, Bahnstraße 102, sucht noch ehrenamtliche Mitarbeiter für zwei halbe Tage oder einen Samstagvormittag im Monat, 06103/8021238.

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