Wegen Flüchtlingsproblematik an Kapazitätsgrenze?

Empörung in Langen über Tafel in Dietzenbach

Langen/Dietzenbach - Friedelgaard Pietsch ist eigentlich eine zurückhaltende Frau. Doch die Vorsitzende der Langener Tafel findet klare Worte in Richtung Dietzenbach: „Wir distanzieren uns in aller Schärfe von den Aussagen der dortigen Tafel-Vorsitzenden.“ Von Markus Schaible

Wir, das ist in diesem Fall der gesamte Vorstand der Langener Tafel. Wegen der Flüchtlingsproblematik würden in der Kreisstadt aktuell keine neuen Hartz IV-Empfänger von der Tafel aufgenommen, hatte die dortige Vorsitzende Christel Germer in einem Bericht unserer Zeitung (Freitag, 19. August) gesagt. „Wir sind über solche Aussagen empört“, betont Pietsch – und stellt klar: „Wir machen bei uns keinen Unterschied zwischen Hartz IV-Leuten und Flüchtlingen. Jeder wird gleich behandelt.“ Im Vorstand der Langener Hilfsorganisation hätten Kollegen zu ihr gesagt: „Wenn du so eine Aussage in der Zeitung gemacht hättest, würden wir sofort austreten.“

Zwar sei auch die Langener Tafel aktuell an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen; neue Kunden würden daher nur aufgenommen, wenn bisherige nicht mehr kommen (beispielsweise nach einem Wegzug aus Langen). Einziges Kriterium, um dann aber die Lebensmittelausgabe der Tafel nutzen zu können, sei der Nachweis der Bedürftigkeit, so Pietsch.

Studie: Diese Jobs bringen weniger als Hartz IV

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

Kommentare