Spenden übertreffen Vorjahresmarke

Enten im Wettstreit – und im Dirndl

+
Mit Handys und Kameras werden die Hauptakteure des Entenrennens beim Vorbeischwimmen abgelichtet. Wer nicht mit Anfeuern beschäftigt war, konnte eine Quietscheente zum Schönheitswettbewerb schicken (rundes Bild) oder sich beim 24-Stunden-Triathlon verausgaben. Die zwei Damen links haben beim Radeln sichtlich gute Laune.

Langen - Großer Bahnhof im Langener Freibad: Die Quietscheenten sind los – und hunderte Besucher feuern sie an. Von Timo Kurth

Unter Regie des TV Langen stieg am Samstag das zweite Entenrennen, eingebettet in ein großes Rahmenprogramm, das mit Triathlon-Staffel, Arschbomben-Wettbewerb und abendlicher Unterhaltung den Terminus „Spektakel“ verdient. Rund 900 Gäste ließen sich das Treiben im und um das Wasser nicht entgehen. „Schneller Ducky! Streng Dich nochmal an!“, ruft Laura (8) am Beckenrand fieberhaft. „Jetzt geht es so langsam in den Endspurt“, schallt es währenddessen durch ein Megafon im Freibad. Beim ersten Langener Charity Spektakel sind vor allem die Entenrennen (vier Vorläufe und das Finale) ein Besuchermagnet. Mit dem Wettstreit der gelben Gummienten zieht der veranstaltende TV Langen nicht zuletzt die Jüngsten in seinen Bann. Rund 800 Entchen treten die Schwimmstrecke an. Bereits im Vorjahr stieg das Entenrennen für einen guten Zweck. Diesmal wurde das Rahmenprogramm noch mal richtig ausgebaut.

„Nachdem die Veranstaltung im letzten Jahr vor allem von Regenschauern geprägt war, können wir uns diesmal beim besten Willen nicht beklagen“, freut sich Kai Forst vom TVL-Vorstand bei sommerlichen 30 Grad, während er einem Vorlauf der Entenrennen zuschaut. Gegen kleines Geld lässt sich eine Ente erwerben, die daraufhin eine Rennnummer bekommt. Dann wandern sie in den Strudel des Nichtschwimmerbeckens, den nur wenige bis zum Ende des Rennens in die Zielgerade verlassen. „Ein bisschen Glück gehört eben dazu“, so Forst lächelnd.

Am Nachbarbecken geht es sportlicher zur Sache: Schwitzend radeln etliche Teilnehmer an eigens installierten Radstationen. „Ein wunderbarer Tag für ein echtes Spektakel“, freut sich Forst über den regen Betrieb. „Genau das war unser Ziel. Langen in Bewegung zu setzen. Zur Premiere des 24-Stunden-Triathlons sind drei Teams mit insgesamt rund 300 Teilnehmern aktiv. „Acht Stunden kann man jeweils radeln, schwimmen oder laufen – alles für den guten Zweck“, so der Organisator. Spenden kommen zustande, indem sich alleman im Vorfeld Sponsoren gesucht haben, die einen ausgehandelten Betrag X pro geschwommener Bahn beziehungsweise gelaufenem und geradeltem Kilometer springen lassen. Die Spenden gehen hälftig an die Abteilungen des TVL und an das zum Benefizzweck des Tages auserkorene Projekt „Bewegte Sprache“ des Kinderschutzbundes (wir berichteten).

Doch nicht nur Sportler kommen bei dem Event auf ihre Kosten. Beim Schönheitswettbewerb „Pimp my Duck“ ist vor allem Kreativität gefragt. An einem Arbeitstisch sitzt man hier ebenfalls auf dem Schwimmbadgelände beieinander, um den Titel der schönsten Gummiente Langens für sich oder sein Team zu gewinnen. An kreativen Ideen mangelt es nicht: Von einer Ente mit Gitarre und Dreadlocks bis zum Exemplar im Basketballoutfit ist so einiges schon zur frühen Mittagszeit zu sehen. „Unser nächster Tanz ist in bayerischer Tracht. Wir fanden es deshalb passend, auch unsere Gummiente in ein bayerisches Dirndl zu stecken“, verrät Trainerin Rebecca Schneider, die mit ihrer TVL-Jugendmannschaft „Capriol“ gerade an einer Mannschaftsente bastelt. „Wir nennen sie Lori. Hoffen wir, dass es klappt mit dem Sieg“, fügt sie lachend hinzu, während einer ihrer zwölfjährigen Schützlinge das Mannschaftslogo an der Ententracht anbringt.

Bilder: Entenrennen in Langen

Ein großer Pulk versammelt sich derweil auch am Springerbecken. Dort treten unerschrockene Aspiranten auf den Titel des Arschbomben-Siegers zum Wettkampf an. Die Jury aus jungen Talenten der TVL-Wasserspringer bewerten 16 Kandidaten in der Klasse bis neun Jahre, 15 in der Klasse bis 15 Jahre und sechs Ü 15-Springer.

Gegen Abend wird das Spektakel musikalisch abgerundet. Café-Beans-Betreiber Markus Striegl begeistert ab den frühen Abendstunden mit seiner Formation Rock the Pool, die vor allem gitarrenlastige Klassiker anstimmt. Zahlreiche Farblichter, die in der Dämmerung im Schwimmbad eingeschaltet werden, sorgen für Sommermärchen-Atmosphäre. Den Glanzpunkt zum Abschluss setzen die Firedancer: Mit genügend Sicherheitsabstand zu den zahlreichen Besuchern schwingen Clowns ihre Fackeln in wilden Choreografien um ihre Körper und Köpfe. So ergeben sich faszinierende Leuchtbilder. „Wir möchten uns jährlich schrittweise erweitern. Ich glaube, dass gerade Straßenkunst wie die Feuerclowns eine Bereicherung sind“, sagt Kai Forst bereits mit Blick auf die geplante nächste Ausgabe 2017.

Kassensturz hat der TV Langen so kurz nach der Großveranstaltung noch nicht gemacht. Forst geht aber davon aus, dass die Marke von 4000 Euro vom vergangenen Jahr auf jeden Fall überboten werden konnte.

Kommentare