Auf Ex-Pittler-Areal entlang der Triftstraße

Expansionswiese für lokale Betriebe

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Reifen Simon hat sich schräg gegenüber seiner Filiale in der Siemensstraße 3 ein Erweiterungsgebäude zugelegt. Daneben ist seit Kurzem das Barthelmes Kfz-Ingenieurbüro (ehemals Pittlerstraße 31) eingezogen. Im Hintergrund sind die Ausstellungswagen des wenige Schritte entfernten Autohauses Gallert zu sehen.

Langen - Innerhalb von drei Jahren hat das einstige Pittler-Gelände mit dem Fachmarktzentrum ein neues Gesicht bekommen. Noch weitgehend brach liegt lediglich ein Streifen im Süden entlang der Triftstraße. Doch nicht mehr lange. Von Cora Werwitzke 

Seit dem Jahreswechsel ist auch dort die letzte Parzelle verkauft. Die Flächen gehören inzwischen ausschließlich in Langen verankerten Betrieben, die expandieren oder umziehen wollen. Wer die Triftstraße entlangläuft, blickt auf zwei Gebäude, die erst seit Kurzem stehen: Reifen Simon hat dort einen Bau in Ergänzung zu seiner schräg gegenüber gelegenen Filiale hochgezogen. Auf dem Nachbargrundstück hat das Barthelmes Kfz-Ingenieurbüro nur ein paar Schritte von seinem alten Standort in der Pittlerstraße 31 ein neues Domizil bezogen. Keine 100 Meter entfernt – entlang der Rückwand des Toom-Getränkemarkts nutzt das an der Ecke Pittler-/Triftstraße gelegene Autohaus Gallert eine Parzelle als Ausstellungsfläche für seine Wagen.

Wolfgang Hayer von der städtischen Wirtschaftsförderung hat auch die anderen, bisher noch nicht präsenten Käufer parat: Auf das Areal neben Gallert wird Autoservice Breidenbach ziehen. Der Familienbetrieb hat seinen Sitz bisher an der Mörfelder Landstraße und rückt auf derselben Höhe quasi in zweite Reihe an die Triftstraße. Darüber hinaus haben sich der Sanitärbetrieb Bärtl und das Therapiezentrum Merkel weitere Areale gesichert. „Nicht zu vergessen, die Pittler-Berufsausbildungs GmbH“, ergänzt Hayer. Die verfüge nun über die Fläche ums Eck an der Siemensstraße, um sich vom jetzigen Standort aus bei Bedarf vergrößern zu können.

Zu verhandeln hatten die Langener Unternehmer im Vorfeld mit der Südpark Entwicklungsgesellschaft aus Dreieich, die 2002 neue Eigentümerin des gesamten Pittler-Geländes wurde. In den Augen der Stadtverwaltung ist die Veräußerung sehr gut gelaufen. „Es war unser Anliegen, bestehenden Betrieben die Möglichkeit zur Expansion zu geben“, sagt Hayer. Demnach sollte explizit kein weiterer Einzelhandel an diese Stelle. Mit dem südlichen Pittler-Gelände ist nun eine der letzten exponierten Stellen im Gewerbegebiet vergeben – jedenfalls aus Sicht von kleinen und mittelständischen Familienunternehmen. Denn der nur wenige Meter weiter entlang der Bahnlinie geplante Technologiepark richtet sich ebenso wie der Multipark an größere Unternehmen. „Es wird zwar auch dort kleinere Einheiten ab 200 Quadratmeter geben, aber nur zum Mieten“, so Hayer.

Unter den neuen Grundstücksbesitzern hofft man auf künftig gute Nachbarschaft. Doris Gallert vom gleichnamigen Autohaus ist guter Dinge. „Unsere neue Ausstellungsfläche umfasst knapp 2000 Quadratmeter“, schildert sie. Ein schmaler Grünstreifen entlang des neuen Gehwegs zwischen Toom-Getränkemarkt (alter Aldi) und dem neuen Fachmarktzentrum gehört zum neuen Gallert’schen Eigentum dazu. „So werden wir auch von der Pittlerstraße aus wahrgenommen“, erläutert die Geschäftsleiterin die Intention. Denkbar ist nach ihren Worten auch, dass das Gelände irgendwann bebaut wird, „aber vorerst nutzen wir es ausschließlich als Ausstellungsfläche“.

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Autos stehen auch schon auf der Brachfläche, auf die Breidenbachs mit ihrem Autoservice-Betrieb ziehen werden. „440 Quadratmeter umfasst die neue Parzelle“, sagt Thomas Breidenbach. Das entspricht in etwa der Größe des aktuellen Sitzes. Die Firma will sich demnach nicht vergrößern, „sondern neu sortieren“. Eigentlich hatte der Familienbetrieb vor, den Neubau längst anzugehen, aber wegen Auflagen des Bauamts habe sich der Startschuss um fünf Monate verzögert, so Breidenbach. Wenn jetzt nichts dazwischenkommt, soll der Rohbau im Herbst stehen und der Umzug im Winter angegangen werden.

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