Ein Mix aus Festival und Flohmarkt

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Metalbörsen-Organisator Matthias Lotz bietet jede Menge fürs Headbanger-Herz – sein Priest-Shirt aus den 80ern ist freilich unverkäufliche Berufskleidung.

Langen ‐ AC/DC, Slayer, Kiss, Iron Maiden – wo das Auge hinreicht, zieren skurrile Band-Schriftzüge alles, was das Rock- und Heavy-Metal-Herz höher schlagen lässt: T-Shirts, Aufnäher, Aufkleber, Schweißbänder, Ketten, Bettwäsche und selbstverständlich CD-Cover. Von Cora Werwitzke

Die „Metalbörse“ machte am Sonntag zum zweiten Mal in der Langener Stadthalle Halt, um wieder spezialisierte Händler mit einem spezialisierten Publikum zusammenzubringen: „Kommerzielle Tauschbörsen sparen oft die harte Rock- und Heavy-Metal-Sparte aus“, erklärt Christian Staubach vom städtischen Fachdienst Kultur und Sport. Die Metalbörse ziehe deshalb durch sämtliche deutschen Großstädte – inzwischen auch durch Langen als Standort im Rhein-Main-Gebiet.

Etwa 20 Stände reihen sich in Foyer, Studiosaal und kleinem Saal aneinander. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus Rockfestival und Flohmarkt: Es wird gestöbert, beratschlagt und anprobiert. Heiko und Christina Zimmermann betreuen ihren Stand gemeinsam – CDs liegen neben Schmuck und sogenannten Tourbooks. „Wir legen wert darauf, nur offiziell von den Bands herausgegebene Ware zu verkaufen“, sagt Christina Zimmermann. Seit zwölf Jahren sind sie und ihr Mann bei der Metalbörse dabei – ihr Tag in Langen verläuft zufriedenstellend: „Klar, es hätte mehr Zulauf sein dürfen, aber das kann es ja immer“, meint sie lächelnd.

„Habe noch jedes Mal was gefunden.“

Einen Stand weiter schauen Rockfans eine Reihe T-Shirts durch: „Ich suche nach nichts Bestimmtem, habe aber bisher noch jedes Mal was gefunden“, meint ein Sprendlinger, dem es besonders gelegen kommt, dass die Börse inzwischen in Langen Station macht: „Ich find’s natürlich super, wenn hier ab jetzt alle sechs Monate so eine Veranstaltung steigt.

Ein Pärchen aus Büdingen ist an Andreas Preisigs Musikstand fündig geworden. Grob 5000 CDs und Schallplatten habe er dabei, erzählt der Verkäufer. „Und es ging ein bisschen was weg, der Tag lief ordentlich.“ Ist einer mit so vielen Heavy-Metal- und Hardrock-Alben denn auch selbst Fan? Preisig nickt: „Man muss sich in dieser Musikrichtung schon wohl fühlen und auskennen, sonst kann man den Verkäufer-Job nicht machen.“

300 Besucher gezählt

Silvia Weidner kann das bestätigen; sie steht zwischen langen T-Shirt-Reihen: „Seit 2001 haben wir den Shop“, erzählt sie. Seitdem sei sie mit ihrem Partner, der die Metalbörse organisiert, viel unterwegs: Nürnberg, München, Köln, Essen und jetzt auch Langen. „Noch vor fünf Jahren waren mehr Rockfans auf die Metalbörse angewiesen“, erzählt Weidner zwischen zwei Beratungen für Shirt-Suchende. „Inzwischen kaufen vor allem junge Leute viele Sachen übers Internet. Die meisten Verkäufer haben darauf reagiert und ebenfalls ein Online-Standbein.

Dennoch sei die Metalbörse eine „echte Institution“, freut sich Christian Staubach. „Der Zuspruch ist da – wir haben über 300 Besucher gezählt.“ Nach diesem Erfolg steht der Termin für die nächste Langener Metalbörse bereits fest: „Es wird der Ostermontag, 5. April, sein“, kündigt Staubach an. „Und wir werden schauen, ob mehr Stände machbar sind und wir eventuell in den großen Saal ausweichen können.“

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