Gemeinsam bauen, Geld sparen

Feuerwehr-Erweiterung und neuer KBL-Betriebshof

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Im Jahr 2009 hat die Stadt das Areal der ehemaligen Straßenmeisterei vom Land Hessen gekauft, nun soll dort der Neubau des Betriebshofs der Kommunalen Betriebe (mit Wertstoffhof) sowie die Erweiterung der Feuerwehr realisiert werden.

Langen - Nach langer Planungsphase und etlichen politischen Diskussionen ist nun der Startschuss für die Umsetzung des millionenschweren FENK-Projektes (Feuerwehr-Erweiterung und Neubau KBL-Betriebshof) gefallen: Bauarbeiter haben mit dem Abriss der ehemaligen Straßenmeisterei begonnen. Von Markus Schaible 

Die Radlader müssen noch warten, ehe sie sich durch die Mauerwerke der ehemaligen Straßenmeisterei an der Darmstädter Straße fressen dürfen. Da bei Abrissarbeiten die verschiedenen Stoffe getrennt werden, ist zuerst einmal Handarbeit gefragt. Unter anderem werden Dächer abgedeckt, Fenster, Türen sowie andere Teile ausgebaut, die leicht entfernt werden können. Dann erst wird das Gebäude mit schwerem Gerät plattgemacht.

Sobald sich der Staub der Abrissarbeiten gelegt hat, wird der Blick frei auf die fast 36.000 Quadratmeter große Fläche, auf der die Feuerwehr-Erweiterung und der neue Betriebshof der Kommunalen Betriebe Langen (KBL) realisiert werden sollen. Vorerst noch stehen bleiben die Reihenhäuser, in denen früher Bedienstete der Straßenmeisterei wohnten. Sie werden aktuell als Kindertagesstätte („Haus Bullerbü“) genutzt; der Neubau auf der anderen Straßenseite im Wohngebiet Belzborn soll kommenden Sommer bezugsfertig sein, wie Erster Stadtrat Stefan Löbig berichtet. Der Abriss der Reihenhäuser ist für Juli/August 2017 terminiert.

Hintergrund des Projektes sind der fehlende Platz für die Floriansjünger in ihrer bisherigen Bleibe und die sanierungsbedürftigen Anlagen des Wertstoffhof-Areals im künftigen Wohngebiet Liebigstraße, für die dringend Ersatz geschaffen werden muss. Die Kombination beider Projekte sorgt nach Auskunft von Bürgermeister Frieder Gebhardt und KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski für eine Kostenersparnis. Viele Räumlichkeiten, Flächen und technische Einrichtungen könnten gemeinsam genutzt werden, auch beim Personal ergeben sich Synergieeffekte.

Das Gelände an der Darmstädter Straße hat die Stadt 2009 günstig vom Land Hessen erworben – zweckgebunden für einen neuen Bau- und Wertstoffhof. „Das Grundstück ist für Feuerwehr und KBL optimal. Auch im Hinblick auf die angestrebte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Egelsbach bietet es gute Voraussetzungen, weil es aus beiden Kommunen gut erreichbar ist“, erklärt Gebhardt die Standortwahl.

In etwa vier Wochen sollen die Abrissarbeiten abgeschlossen sein, schätzt Pusdrowski. Fachleute hätten im Vorfeld sichergestellt, dass in dem leer stehenden Gebäude keine Wildtiere nisten; die auf dem Außengelände heimischen Zauneidechsen wurden umgesiedelt. „Nach Abtransport der alten Bausubstanz beginnen die Tiefbauarbeiten“, erläutert Pusdrowski den weiteren Zeitplan. Mit der Errichtung des Rohbaus für das Verwaltungsgebäude rechnet er schon im Herbst.

Das entstehende Haus wird als zweigeschossiger Massivbau mit einer Gesamtfläche von etwa 1 900 Quadratmetern angelegt. Feuerwehr-, Bauhof- und Wertstoffhofmitarbeiter können die Räumlichkeiten gemeinsam nutzen, die optional später über einen Anbau mit dem jetzigen Feuerwehrhaus verbunden werden können. „Ein Aufzug für den barrierefreien Zugang, Aluminiumfenster mit Dreifach-Verglasung und eine gedämmte und verklinkerte Außenfassade machen die Verwaltungszentrale zum modernen Bauwerk mit ansprechender Optik“, so der KBL-Chef.

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An der südwestlichen Grundstücksgrenze entstehen die Werkstätten, im Süden das Fahrzeug- und Garagengebäude. Die beiden Stahlbetonbauten haben eine Gesamtfläche von 3300 Quadratmeter, werden ebenfalls wärmegedämmt und verklinkert und erhalten begrünte Dächer. Auf dem umliegenden Außengelände werden sowohl der Wertstoffhof wie auch Lagerflächen und Parkplätze untergebracht. Wer den Betriebshof erreichen will, nutzt die Zugänge aus Richtung Westen, von der Darmstädter Straße her. Im Süden wird das Areal durch das neue Blockheizkraftwerk der Stadtwerke begrenzt. Es ist für die Fernwärmeversorgung des Betriebshofs sowie des Baugebietes Belzborn-Ost und der Wohnblocks der Nassauischen Heimstätte an der Südlichen Ringstraße zuständig.

„Das Projekt wurde sorgsam geplant, wird nun kompetent umgesetzt und ist ein gutes Beispiel für effiziente und zukunftsfähige Stadtplanung“, sind sich Gebhardt und Pusdrowski einig. „Die Planungen für die Feuerwehrerweiterung berücksichtigen die prognostizierten Entwicklungen der Einwohner durch die neuen Wohngebiete und decken den Bedarf für die nächsten 20 bis 25 Jahre“, betont Pusdrowski.

Das neue Verwaltungsgebäude sei sogar so konzipiert, dass später ein weiteres Geschoss aufgestockt werden könne. Der neue Wertstoffhof ist zwar kleiner als das bisherige Gelände, gehört mit etwa 5000 Quadratmetern aber weiterhin zu den größten im Kreisgebiet. „In Rodgau wurde jüngst ein Wertstoffhof mit 1400 Quadratmeter für rund 45.000 Einwohner in Betrieb genommen“, weiß der KBL-Betriebsleiter.

Im Sommer 2018 sollen seine Mitarbeiter das neue Domizil in Nachbarschaft zur Feuerwehr beziehen. Bis dahin schlägt das Vorhaben mit voraussichtlich 14,6 Millionen Euro (inklusive kompletter Ausstattung für Feuerwehr und KBL) zu Buche. Ein Drittel davon (Anteil Feuerwehr) trägt die Stadt, zwei Drittel übernehmen die KBL, die dafür unter anderem den Erlös aus dem Verkauf des bisherigen Areals einsetzen.

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