Essensversorgung am Dreieichgymnasium

Durch Mensa-Betrieb in finanzieller Not

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Langen - Dem Förderverein der Dreieichschule reicht das Wasser bis zum Hals. Nun steht die Versorgung der Schüler mit einem warmen Mittagessen auf der Kippe. Von Markus Schaible

Die hellen, freundlichen Mensa-Räume der Dreieichschule sind gut frequentiert, die Schlangen an der Essensausgabe meist lang – doch dem Förderverein als Betreiber bereitet die Essensversorgung massive Probleme: Die schon bisher nicht rosige Finanzlage hat sich seit den Sommerferien drastisch verschlechtert, eine starke Einschränkung des Angebots oder gar die Schließung scheinen nicht ausgeschlossen.

„Wir machen massive Verluste“, sagt Pressewartin Angelika Ilies. Einerseits sind es hohe Personalkosten für den Betrieb von Mensa und Cafeteria, die den Verein drücken, andererseits die fehlende Planungssicherheit bei den Mengen. Immer wieder komme es vor, dass größere Mengen Lebensmittel weggeworfen werden müssen, weil sie nicht mehr verwertbar seien. „Ein Restaurant macht aus den Pellkartoffeln am nächsten Tag Bratkartoffeln – aber wir haben nur eine ,Warmmach-Küche‘; eine ,Koch-Küche‘ hat der Kreis seinerzeit abgelehnt.“

Die junge Geschichte der Mensa des Dreieichgymnasiums im Überblick:

Geforderter Förderverein

Mittags-Treff für die große Schulfamilie

Pfannengyros und Platzmangel

Vor vier Jahren entstand das McGym, wie die Mensa heißt, im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der neuen Turnhalle. Der Förderverein bietet darin einerseits Snacks (belegte Brötchen, Pizzaschnitten und Ähnliches), andererseits komplette Mittagessen an. Diese werden fertig geliefert und nur noch vor Ort erwärmt. Sie kommen seit Schuljahresbeginn von einem neuen Lieferanten, da sich der vorige zurückzog – es habe sich nicht gelohnt (was nach Aussagen von Schülern an der Qualität gelegen haben könnte). Ansonsten hat sich am Prozedere nichts geändert: Das Mittagessen wird als Bestellessen (abgerechnet wird über eine Kundenkarte) sowie im Barverkauf angeboten.

Doch in Letzterem liegt die Planungsunsicherheit: Wenn beispielsweise in einer Klasse (meist nutzen jüngere Schüler die Mensa) die letzte Stunde ausfällt, bleibt Essen übrig. Andererseits gibt es Tage, an denen schon früh nichts mehr da ist. Der Förderverein belohnt daher die Vorbestellung – dann kostet das Essen (Fisch/Fleisch oder vegetarisch, mit Salat und Dessert) 4,20 Euro. Mit Wertchips (erhältlich im Zehnerpack) sind 4,40 Euro fällig, im Barverkauf 4,60. Das Bioessen für fünf Euro gibt es ausschließlich auf Bestellung. Aktuell werden pro Tag etwa 50 Bestellessen verkauft.

Dass die Preise zum Schuljahresanfang angehoben wurden, hat für Unmut gesorgt. Allerdings macht Ilies klar: „Man darf das nicht mit einer Firmenkantine oder der Mensa an der Uni vergleichen, dort ist das Essen subventioniert. Bei uns nicht – und 4,20 Euro für eine vollständige Mahlzeit sind nicht zu teuer“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Trotz mehrfacher Anträge gebe es keine Zuschüsse von Kreis oder Stadt.

Es gehe einzig und allein darum, kostendeckend zu arbeiten, und nicht um Gewinn, betont Ilies. Bei den Personalkosten könne nicht weiter gespart werden – der gastronomische Leiter wurde aus finanziellen Gründen bereits entlassen. Für Vorbereitung und Verkauf sind täglich drei bis vier Kräfte auf 450-Euro-Basis im Einsatz.

Ein Problem ist auch, dass viele Schüler sich mittags im Umkreis des Gymnasiums versorgen. Pizzabäcker, Döner-Laden, Bäckerei – alles ist vorhanden. „Aber Pizza und Döner jeden Tag, das ist auf Dauer alles andere als gesund“, so Ilies. An der Mensa werde dagegen ausgewogene Kost geboten. Dass die Kinder mittags warm essen sollten, ist für die Fachfrau klar: Mittags geht die Energiekurve nach unten. Isst man dann nichts Vernünftiges, kann man sich nicht mehr konzentrieren, ist nicht mehr leistungsfähig.“

Auch die Schulleitung ist alarmiert. Die Mensa sei eine wichtige Einrichtung, sagt Schulleiterin Heidi Höreth-Müller. Gemeinsam gelte es, eine Lösung für die Probleme zu finden. Offenbar sei auch die Verteilung der Klassen auf zwei Essenzeiten in diesem Schuljahr ziemlich ungleich – „wir müssen überlegen, wie wir das besser hinbekommen“.

Dass die Sparkasse Langen-Seligenstadt dem Förderverein 2000 Euro Soforthilfe leistet, gibt diesem zumindest ein kleines bisschen Luft zum Durchatmen. Doch schon mittelfristig hilft nur eines: Mehr Schüler müssen Essen und Getränke in der Schule kaufen. Und im Idealfall könnten dann sogar die Preise wieder etwas sinken.

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