Forum „Breitband Kompakt Langen“ in der Stadthalle

„Alle fragen nach Geschwindigkeit“

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Wie sie zu einem schnellen Internetanschluss kommen, erläuterten Vertreter von vier Telekommunikationsunternehmen in der Stadthalle Firmenvertretern und Privatkunden.

Langen - Egal ob Privathaushalt oder Unternehmen, beim Thema Internetzugang hat fast jeder die gleichen Bedürfnisse: „Alle fragen nach stabilen Netzen, nach stabilen Kommunikationsmöglichkeiten – und vor allem nach Geschwindigkeit“, weiß Joachim Kolbe, städtischer Fachbereichsleiter unter anderem für die Wirtschaftsförderung. Von Markus Schaible 

Nun ist Langen bei der Breitbandversorgung bis auf ein paar wenige weiße Flecken recht gut aufgestellt, doch oftmals wissen die Kunden gar nicht, was bei ihnen möglich ist. Oder aber sie scheuen sich, ewig in Hotlines herumzuhängen oder sich durch die zahlreichen Angebote auf Internetseiten zu klicken. Genau da setzte die städtische Wirtschaftsförderung gestern mit der Veranstaltung „Breitband Kompakt Langen“ in der Stadthalle an: Sie brachte Anbieter und Nutzer zusammen – „von Mensch zu Mensch, von Angesicht zu Angesicht“, wie es Kolbe formulierte. Vertreter der vier vorrangig in Langen tätigen Telekommunikationsunternehmen (Telekom, Unitymedia, Vodafone und Entega Medianet) standen für alle Fragen parat und stellten ihre Angebote vor, zuerst für die Teilnehmer des zum Lunch mutierten Businessfrühstücks von Wirtschaftsförderung und Sparkasse Langen-Seligenstadt sowie weitere Firmenkunden, am späten Nachmittag auch für Privatpersonen.

Für eine (gewerbliche ebenso wie familiäre) Ansiedlung genauso wichtig wie die Grundstückspreise, die kommunalen Steuersätze und die Lage sei mittlerweile auch die Breitbandanbindung, hob Berthold Passlack hervor. Der Breitbandberater des hessischen Wirtschaftsministeriums konnte auch denen, die in den „weißen Flecken“ leben, Mut machen. Das kreisweite Projekt zur flächendeckenden Breitbandversorgung mit mindestens 50 Mbit/Sekunde hat sich zwar geringfügig verzögert, doch in allerspätestens drei Monaten sollten die Verträge mit dem Unternehmen unterschrieben sein, der Ausbau dann zügig in Angriff genommen werden. „Dieser Ausbau bringt jedem etwas“, betonte Passlack: Kleine Gewerbebetriebe, die über die Stadt verteilt seien, hätten dann auf jeden Fall Zugang zu schnellen Datennetzen, auch alle Privathaushalte könnten angebunden werden. Und das Projekt werde wiederum zu einer Aufrüstung der Infrastruktur und einer Stärkung des Wettbewerbs führen.

Weil aber gelte, „nach dem Projekt ist vor dem Projekt“, seien auch weiterhin Investitionen nötig: Als nächstes gelte es, Glasfaser auch in die Häuser zu bringen (derzeit geht es meistens nur bis in die Verteiler und dann über Kupferkabel weiter). „Das ist eine Wertsteigerung“, warb Passlack. Eines machte der Breitbandberater auch klar: Funk kann den kabelgebundenen Anschluss nicht ersetzen – „für die nächsten 50 bis 100 Jahre wird das die beste Lösung bleiben.“ Insofern müsse er die Stadt auch nachträglich zur frühzeitigen Investition in ein Glasfasernetz beglückwünschen – dieses von den Stadtwerken verlegte Netz für Unternehmen wird heute von der Entega Medianet vermarktet. Die bietet den Firmen auch Rechenzentrums- und Sicherheitslösungen sowie vieles mehr an, warb der zuständige Teamleiter Georg Zikeli.

Regionalmanager Volker Pechmann von der Telekom erläuterte den Unterschied von DSL (bis 16 Mbit/sek.) und VDSL (bis 50) sowie die Möglichkeit, mittels Vectoring beim Download auf 100 und beim immer wichtiger werdenden Upload auf 40 Mbit zu kommen. In Neubaugebieten werde Glasfaser verlegt, die bis zu 200/100 Mbit ermögliche.

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Noch erheblich mehr, nämlich bis zu 400 Mbit, seien mit dem Coax-Kabel von Unitymedia möglich, warb Stefan Koch, weil bei diesem die Übertragungsraten entfernungsunabhängig gleich bleiben. Überhaupt war der Verkaufsleiter für den hiesigen Bereich völlig begeistert von dem Infoforum der Wirtschaftsförderung. Und das nicht nur, weil er und sein Team schon nach einer Dreiviertelstunde „viele interessante Gespräche, darunter vier mit potenziellen Kunden“ geführt hatten: „Ich finde es super, dass es solch eine Veranstaltung hier gibt. Das macht sonst kaum eine Kommune.“

Wer ausreichend informiert ist, muss nun nur noch Passlacks Tipps beherzigen: „Schauen Sie nicht unbedingt auf das billigste Angebot, sondern auf das, was Sie oder Ihr Unternehmen benötigen.“ Und speziell an die Verantwortlichen in den Firmen: „In fast allen Fällen ist der Umzug an einen anderen Standort teuer als die Investition in den Ausbau der Breitbandverbindung.“

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