Weinstube eröffnet im Sommer

Altstadtstübbche: Die Sonne ins Herz fließen lassen

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In der Computeranimation gibt es das Rock au Vin schon.

Langen - Läuft alles wie geplant, ist die Altstadt im Sommer um ein gastronomisches Angebot reicher. Franziska Radunz und Jörg Seebach haben das ehemalige Altstadtstübbche an der Fahrgasse gekauft und wollen dort eine Weinstube eröffnen. Von Holger Borchard

„Wir sind bereit, uns auf dieses Gastro-Abenteuer einzulassen“, erklären Seebach und Radunz. Der 47 Jahre alte Informatiker und seine fünf Jahre jüngere Lebensgefährtin haben das Fachwerkhaus in der Fahrgasse 13 von der Stadt gekauft und klare Vorstellungen zur künftigen Nutzung. „Im ersten Stock werden wir wohnen und im Erdgeschoss eröffnen wir eine Weinstube“, kündigt Jörg Seebach an.

Einen Namen hat das Paar schon ausgeguckt: Rock au Vin. Dass keiner der beiden gastronomische Erfahrung mitbringt, tut der Entschlossenheit keinen Abbruch: „Wir wollen und müssen damit ja nicht unseren Lebensunterhalt bestreiten“, relativiert Seebach. „Wir geben unsere Hauptberufe nicht auf, werden aber zusätzlich an drei Tagen die Woche abends die Türen öffnen.“

Generelle Motivation des Paares: „Wir sind der Meinung, dass die gastronomische Vielfalt in Langen erhalten bleiben muss“, sagt Seebach und führt beispielsweise den „Altvater“ vis-à-vis des Altstadtstübbches als einen der prominenten Namen auf der Verlustliste an. Persönliche Hauptmotivation: Spaß an der Freud’“, sprich: an der Sache. „Wir stürzen uns sozusagen in ein intensives Hobby – und das wollen wir natürlich richtig gut ausfüllen“, erklärt Weinkenner Seebach.

Regionale Speisen

Die größte Herausforderung sieht das Gastronomen-Paar in spe in der Küche: „Wir wollen auf regionale Speisen und pfiffig arrangierte Kleinigkeiten setzen, statt auf internationales Gedöns“, gibt Jörg Seebach augenzwinkernd, aber absolut ernst gemeint vor. Dabei werde man ohne Abstriche auf regionale Qualität setzen. „Wir wollen nur biologisch einwandfreie Produkte verarbeiten, deren Herkunft nachvollziehbar ist, auch wenn das heißt, dass saisonale Erzeugnisse eben nicht immer auf den Tisch kommen können.“

Franziska Radunz und Jörg Seebach (rechts) haben das ehemalige Altstadtstübbche an der Fahrgasse gekauft und wollen dort im Sommer eine Weinstube eröffnen.

Abgesehen davon soll das Kulinarische in erster Linie die edlen Tropfen unterstützen. „Im Glas ist die Bandbreite enorm“, weiß Seebach. „Man muss zum Beispiel heute nicht mehr weit fahren, um junge Winzer zu finden, die spannende Tropfen kredenzen.“ Und da Weintrinken nun mal Genuss sei, werde man Gäste auf keinen Fall „unter Konsumdruck setzen, wenn sie die Sonne in ihr Herz lassen“, fabuliert er. „Bei uns soll sich jeder so viel Zeit für sein Gläschen gönnen dürfen, wie er möchte.“ Dazu ab und an mal ein bisschen Livemusik – fertig ist der Weinstuben-Traum.

Sanierung entspricht Denkmalschutz

Vor die Eröffnung freilich hat nicht bloß der Weingott erst mal Planungs- und Umbau-Schweiß gesetzt. „Mit den Behörden sind wir uns einig; es wird eine behutsame, dem Denkmalschutz entsprechende Sanierung geben“, blickt Seebach auf das voraus, was im Lauf der nächsten Wochen über die Bühne gehen soll. Dabei legen die Eigentümer auf eines besonderen Wert: Die Sanierung des Altstadtstübbches sollen lokale Handwerker vornehmen. „Uns ist es wichtig, das Handwerk vor Ort mit Aufträgen zu unterstützen“, betont Seebach. „Anderhesrum ist für einen Bauherren die Nähe zu seinen Handwerker garantiert kein Nachteil“, fügt er hinzu. Insofern ermuntert das Paar Bau- und Sanitärfachleute, aber auch Maler und Tapezierer aus Langen und dem Westkreis Offenbach, sich unter der Nummer  06103/8026225 (Anrufbeantworter) über Ideen und Vorstellungen für die „Richtig-Alt-Sanierung“ auszutauschen.

Natürlich hat das Duo sich auch einen Termin für die Eröffnung des Rock au Vin gesetzt. „Wir wollen im Sommer an den Start gehen, spätestens Ende Juli.“ Ein Datum im Vorfeld ist für Radunz und Seebach allerdings ein Muss: das Langener Ebbelwoifest vom 21. bis 24. Juni. „Da wollen wir mit einer Heckenwirtschaft dabei sein, egal, wie es hier aussieht“, kündigt Seebach an. Klingt nach einer viertägigen Generalprobe, wie man sie sich besser kaum wünschen kann.

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