Schwerpunkt Ausbildung

Der Frauenförderplan zeigt erste Erfolge

Langen - Die Bundesrepublik hat eine Kanzlerin und an der Spitze der Vereinigten Staaten steht vielleicht schon bald eine Präsidentin. Dennoch: Frauen an der Führungsspitze sind in vielen Bereichen immer noch nicht die Regel.

Um mehr weibliche Führungskräfte in ihre Reihen zu bekommen, hat die Stadtverwaltung vor vier Jahren einen Frauenförderplan aufgestellt. Dieser zeigt Erfolge, ist nun einem Zwischenbericht über die Personalentwicklung zu entnehmen. Insgesamt beschäftigt die Verwaltung 531 Personen, darunter 42 mit Beamtenstatus. Vor allem für pädagogisches Fach- und Hilfspersonal sind in den vergangenen Jahren neue Stellen entstanden, sodass die Statistik 34 Arbeitsplätze mehr zählt als 2012. Der Frauenanteil im Dienste der Stadtverwaltung beträgt aktuell 74 Prozent. In Teilzeit arbeiten 202 Personen (1,7 Prozent mehr als 2012), von denen 17 männlich sind. Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt: Etwa drei Viertel des Personals sind zwischen 40 und 60 Jahren alt. Trotz des hohen Frauenanteils ist nur jede fünfte Führungsposition im Rathaus weiblich besetzt.

Der Förderplan sieht unter anderem vor, den Frauenanteil in den Bereichen zu erhöhen, in denen sie bisher nicht besonders stark vertreten sind. Zudem hat er die Zielvorgabe, eine flexible Arbeitszeitgestaltung umzusetzen. Dass die Verwaltung damit auf dem richtigen Weg ist, belegen die Zahlen: Immerhin um sieben Prozent konnte der Anteil der Frauen in Führungspositionen seit Start des Programms gesteigert werden. Auch die Zahl der Beamtenanwärterinnen und weiblichen Fachangestellten für Medien und Information sowie Bäderbetriebe in Ausbildung wurde in den vergangenen Jahren erhöht.

„Ein wichtiger Faktor bei der Förderung der weiblichen Beschäftigten ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt die städtische Frauenbeauftragte Sabine Nadler. Die Stadtverwaltung sorge für Telearbeitsplätze, halte Informations-, Weiterbildungs- und Beratungsangebote vor und schaffe flexible Arbeitsmodelle. „Bis ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis besteht, werden vakante Positionen bei gleicher Eignung bevorzugt mit Frauen besetzt“, erklärt Nadler. Rechtlich beruhe dieses Verfahren auf dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz.

Wie in den vergangenen Jahren ist die Stadtverwaltung auch bei den Auszubildenden bemüht, den Frauenanteil zu erhöhen. Bürgermeister Frieder Gebhardt betont: „Die Stadtverwaltung nimmt ihren Auftrag als Ausbildungsstätte trotz schwieriger Haushaltslage sehr ernst.“ So werden bis 2018 statt der geplanten drei vier Auszubildende ihr Berufsleben als Bachelor im Studiengang „Allgemeine Verwaltung“ im Rathaus starten. Im Idealfall werden mindestens drei der freien Ausbildungsstellen mit Frauen besetzt. Sabine Nadler weiß: „Natürlich besteht weiterhin Handlungsbedarf.“ Gerade daher müsse der Förderplan ständig angepasst und überarbeitet werden, um der Unterrepräsentanz von Frauen langfristig ein Ende zu bereiten. (ble)

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