Spielzone im Bürohaus

Freier Träger Nanus eröffnet Montessori-Kita

+
Im Erdgeschoss des Bürogebäudes ist noch viel zu tun, bevor hier Kinder umhertollen können: Den Umbau der Räume in eine Kindertagesstätte unterstützt die Stadt mit knapp 310.000 Euro.

Langen - Neue Wände, neuer Boden und Spielgeräte auf dem Außengelände – ein großangelegter Umbau ist nötig, bis Büroräume in der Robert-Bosch-Straße in Neurott zu einem kindgerechten Ort werden. Mitte Oktober will der freie Träger Nanus dort den ersten Montessori-Kindergarten der Stadt eröffnen. Von Julia Radgen 

„Die Bauarbeiten laufen nach Plan“, verkündet Leiterin Szilvia Varga-Kalmar gut zweieinhalb Monate vor Eröffnung ihrer Montessori-Kita. Die entsteht momentan in einem siebengeschossigen Bürokomplex in der Robert-Bosch-Straße 11. Im hintersten der drei Gebäudeteile mit seperatem Eingang soll am 17. Oktober der Kita-Betrieb starten. Bis dahin müssen Zwischenwände entfernt und Teppichboden ausgetauscht werden, damit sich die einstigen Büroräume in einen Platz zum Toben verwandeln.

Die Kita des Trägervereins Nanus erstreckt sich über zwei Etagen und 445 Quadratmeter, sie soll Platz für 48 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bieten: 24 Plätze gibt es in der Vormittagsbetreuung, jeweils zwölf über Mittag und ganztags. Ein achtköpfiges Team, darunter Varga-Kalmar selbst, wird die Kleinen betreuen. „Unsere Fachquote ist überdurchschnittlich hoch.“ Sie beschäftigt zwei Erzieher, eine Werkstudentin, zwei Berufspraktikantinnen und zwei Montessori-Pädagoginnen. Sie arbeiten nach dem Bildungkonzept mit Grundgedanken „Hilf mir, es selbst zu tun“. Der Tagesablauf sieht viel Zeit vor, in denen sich die Kinder frei beschäftigen. Montessori werde oft fehlinterpretiert, bemängelt Varga-Kalmar. „Kinder dürfen machen, was sie wollen – innerhalb vorgegebener Regeln.“

Nanus richtet sich, wie beinahe alle freien Träger, nach der städtischen Gebührenordnung. „Das ist ganz toll“, betont die Leiterin. Ein Platz in einer Montessori-Einrichtung sei sonst deutlich teurer. Damit sei ihre Einrichtung hessenweit die einzige Montessori-Kita, bei der ein Platz genauso viel koste wie in städtischen Pendants. Zudem beteiligt sie sich am zentralen Platzvergabesystem der Stadt. Im Rathaus unterstützt man das Vorhaben, das die 42-jährige Erzieherin der die Stadt vorgeschlagen hatte, denn noch immer mangelt es an Kitaplätzen. Sandra Wettlaufer, Leiterin des Fachdiensts Kinderbetreuung, teilt zu Anmeldezahlen für Nanus mit: „Die Nachfrage ist gut, die Eltern sind interessiert.“ Es stünden bereits Kinder auf der Warteliste.

Auch finanziell unterstützt die Stadt den privaten Träger: Die Betiebskosten will die Stadt 2017 mit 367.500 Euro bezuschussen. Zudem zahlt sie für Umbau, Einrichtung und Erstausstattung knapp 310.000 Euro an Nanus. Etwa 40.000 Euro steuert der Vermieter des Gebäudes, die IC- Immobilien-Gruppe, bei. Noch offen sind die Kosten für die Gestaltung des Außengeländes, die im September beginnt. „Wir müssen Bäume fällen und Rasen legen.“ Hinzu kämen Spielgeräte wie Schaukel und Rutsche für mindestens 5000 Euro pro Stück. „20.000 Euro für das Außengelände wären schön“, sagt Varga-Kalmar, die nun Sponsoren sucht.

Nanus-Infoabend ist am Mittwoch, 31. August, 19 Uhr. Anmeldung: langen@hungarium.de

Kommentare