Poststelle verweigert Annahme der Fuhre an Vereinsheften

TV Langen fühlt sich im Stich gelassen

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Der TVL – vorneweg mit Ulrich Vedder und Birgit Finke – ist von der Verweigerungshaltung der Post völlig überrumpelt worden.  

Langen - Der TV Langen stellt seinen Mitgliedern die quartalsweise erscheinenden Vereinsnachrichten über den Postweg zu. Von Cora Werwitzke 

Das läuft seit Jahr und Tag so, bis es diesmal bei der Langener Postannahmestelle plötzlich hieß: „So große Gebinde können wir hier nicht annehmen, die müssen Sie selbst zum Verteilzentrum nach Offenbach fahren.“ Von Langen nach Offenbach und wieder nach Langen? „Was für ein Irrsinn“, sagt Vereinssprecher Ulrich Vedder. Die Vereinshefte für den Versand fertig zu machen gehört zu Birgit Finkes vierteljährlicher Routine. Die Geschäftsstellenleiterin des TV Langen und ihre Helfer brauchen dazu 23 handelsübliche Postkästen, in die sie diesmal 1666 säuberlich verpackte Hefte verfrachteten. Vom Büro am Jahnplatz sind es nur ein paar Schritte zur Post an der Bahnstraße. Mit einem Gitterwagen der Post oder dem Vereinsauto praktikabel zu erledigen.

Vergangene Woche lief dagegen nix wie immer: „Uns wurde die Annahme verweigert“, schildert Birgit Finke. So große Gebinde könnten nicht mehr angenommen werden, es kämen nur noch kleinere Transportautos, hieß es. Das traf die TVL-Abordnung mit ihrer schweren Ware im Gepäck völlig unvorbereitet. „Besonders geärgert hat mich, dass die Mitarbeiter darauf verwiesen haben, dass sie damit ja nichts zu tun hätten: Sie seien Angestellte der Postbank, nicht der Post.“

Zähneknirschend sorgte der TVL selbst dafür, dass die als öffentliches Mitteilungsorgan des Vereins dienenden Hefte per Auto zum Post-Verteilzentrum nach Offenbach gelangten. Unkommentiert will der Vorstand die böse Überraschung aber nicht lassen: „Wenn eine Serviceleistung dieser Art eingestellt wird, dann ist es ja wohl das Mindeste, seinem langjährigen Kunden gefälligst Bescheid zu sagen“, macht Vereinssprecher Ulrich Vedder aus seinem Ärger keinen Hehl. Man müsse sich vor Augen führen, dass der Verein nun die ganze Ladung nach Offenbach schaffen soll, obwohl 1200 Hefte an Adressen in Langen gehen. Das möge vertriebstechnische Gründe haben und auch vorher schon postintern so gelaufen sein, ergänzt Birgit Finke. Aus ökologischer Sicht mute es jedenfalls unlogisch an.

Nach den Worten von Vedder würde die Post den Transport nur noch gegen Bezahlung übernehmen. „Und als Verein schauen wir natürlich auf die Ausgaben, die wir unseren Mitgliedern zumuten“, sagt er. Die Serviceleistung einfach so einzustellen, ist aus seiner Sicht ein absolutes Unding. „Wir werden deshalb jetzt auch Alternativen der Zustellung prüfen“, kündigt der Vereinssprecher an.

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Im Post-Konzern bedauert man die Unannehmlichkeiten für den Verein, Sprecher Alexander Böhm betont aber auf Anfrage, dass die Mitarbeiter am Schalter sich nichts haben zu schulden kommen lassen: „Es gibt Bestimmungen, wonach Sendungsmengen in diesem Umfang nicht am Schalter entgegengenommen werden können – das gilt für über 100 Kilo, mehr als zehn Postbehälter oder mehr als 5000 Einzelsendungen. Das ist nicht neu.“ Mit 23 Postkästen falle die vierteljährliche Zustellung der Vereinshefte in diese Kategorie. „Wenn der Transport bisher trotzdem immer übernommen wurde, dann war das gewissermaßen ,Good will‘“, so der Sprecher. Es sei nicht gesagt, dass es diesen guten Willen beim nächsten Mal nicht wieder gebe – „es hängt im Wesentlichen von den Transportkapazitäten ab“.

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