Barrierefreie Wohnungen, Seniorentagespflege, Praxen und neue Kita

Großer (Ent-)Wurf auf DRK-Areal

Langen - Geht es nach dem Magistrat, profitieren Jung und Alt von einem ambitionierten Bauprojekt auf der großen Freifläche vor dem DRK-Seniorenzentrum an der Frankfurter Straße und neben dem DRK-Wohnpark an der Nördlichen Ringstraße: Dort könnten schon in Kürze barrierefreie Wohnungen, Praxen, eine Seniorentagespflege und eine Kita für beinahe 100 Kinder entstehen.

Der Entwurf zeigt rechts das Haus mit Kita im Erdgeschoss. Links vom zweiten Gebäude verläuft die Frankfurter Straße.

Bürgermeister Frieder Gebhardt stellt das Vorhaben mit den Worten vor, dass dadurch sowohl das Angebot für die ältere Generation als auch für die Allerjüngsten in Langen weiter verbessert werde. Er spricht von einem Projekt, „das über Charme verfügt und durch die räumliche Nähe gewinnbringend für beide Altersgruppen ist“. Vorgesehen ist, dass der Kreisverband Offenbach-Land der Arbeiterwohlfahrt die künftige Kita betreibt und somit für sie auch das Personal stellt. In Langen sind einschließlich der Kirchen derzeit acht freie Träger für zusammen zehn Einrichtungen zuständig. Die Stadt hat zwölf unter ihrer Obhut. Ausgelegt ist die neue Kita auf 24 Plätze für Ein- bis Dreijährige und 75 für Kinder von drei bis sechs Jahren. Es sind Plätze, die wegen der großen Nachfrage dringend benötigt werden. Mit im Bunde ist als Investor die Domizilium-Unternehmensgruppe aus Altenstadt in Bayern. Sie ist auf Wohn- und Versorgungskonzepte für ältere und hilfebedürftige Menschen spezialisiert und realisiert auch Ärztezentren und Kitas. Geschäftsführer ist unter anderem Robert M. Auer, der seinerzeit mit der BG Immobiliengruppe den Neubau des DRK-Seniorenheims realisiert hatte.

Entstehen soll auf dem DRK-Gelände zum einen ein Haus mit der Kita im Erdgeschoss und mit 22 barrierefreien und zum Teil behindertengerechten Wohnungen in zwei Stockwerken darüber. Zum anderen ist ein Gebäude mit vier Geschossen zur Frankfurter Straße hin geplant: für Praxisflächen und 16 ebenfalls barrierefreie Wohnungen. Das dortige Erdgeschoss ist für eine Seniorentagespflege mit rund 35 Plätzen reserviert. Sie soll sowohl zur Entlastung von pflegenden Angehörigen beitragen als auch von den Bewohnern aus den beiden neuen Gebäuden genutzt werden. Mit der Tagespflege werde ein Angebot geschaffen, das es in Langen bisher nicht gebe, betonte Gebhardt. Abgerundet wird das Paket durch eine Tiefgarage.

Die Arbeiterwohlfahrt würde die etwa 750 Quadratmeter umfassenden Räume für die Kita nebst einer Außenfläche von gut 1 000 Quadratmetern anmieten. Auf die Stadt entfiele ein Betriebskostenzuschuss von jährlich gut 700.000 Euro. Hinzu kommen einmalige Ausgaben – etwa für Möbel, Küche, Bastel- und Spielmaterial – von etwa 240.000 Euro.

Der Magistrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung für das Kita-Projekt und die Übernahme der genannten Kosten ausgesprochen. Die Awo, so heißt es in der Beschlussvorlage, soll allerdings aufgefordert werden, alle Möglichkeiten zu nutzen, um bei Bund und Land Zuschüsse zu erhalten und Spenden aufzutreiben, damit sich der städtische Kostenanteil verringert.

Erster Eindruck zählt - Das richtige Pflegeheim finden

Als nächstes beraten der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am Donnerstag 12. Mai, und der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 19. Mai (jeweils 20 Uhr im Rathaus), über das Vorhaben. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 2. Juni. Bei einem positiven Votum hält es Erster Stadtrat Stefan Löbig für möglich, dass die Bauarbeiten noch im Sommer beginnen und in der zweiten Jahreshälfte 2017 abgeschlossen werden können. Für das Quartier am Langener Ortsausgang sei diese Entwicklung ein Segen, sagt Löbig. Kinder würden zusätzliches Leben auf das Grundstück bringen. In einem „Garten der Begegnung“ könnten beide Generationen zusammenkommen. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels seien Projekte für Jung und Alt wertvoll.

Der Awo-Kreisverband ist ein Träger mit einem umfassenden Angebot sozialer Dienstleistungen. Kitas betreibt er bereits in Rödermark und Egelsbach. Deshalb hält die Verwaltungsspitze ihn für einen idealen Partner. Der Awo-Ortsverein ist schon seit 1926 in Langen verwurzelt. In Zusammenarbeit mit dem Kreisverband bietet er Dienste für alte, kranke und behinderte Menschen an, etwa Essen auf Rädern, den Hausnotruf oder den Anwohnertreff Allerhand. Zudem arbeiten die Awo und die Stadt innerhalb des Projekts „Demokratie leben“ gemeinsam gegen Rassismus, Rechtsradikalismus, und Antisemitismus.

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cor

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