Naturschutzbund NABU wirbt für den Schutz der Flugkünstler

Ein Herz für Schwalben

+
Reger Flugbetrieb: Diese Aufnahme aus Egelsbach zeigt, wie Mehlschwalben nisten. Wer solch ein Nest beschädigt oder gar komplett entfernt, macht sich strafbar.

Langen - Mit dem herrlichen Frühlingswetter der vergangenen Tage sind auch die Schwalben und Mauersegler als Langstreckenzieher aus ihren Winterquartieren in Südafrika zurückgekehrt.

Aufmerksame Vogelfreunde können diese Flugkünstler jetzt wieder am Himmel über Langen und Egelsbach beobachten. Jahrhundertelang gehörten Schwalben ganz selbstverständlich in jedes Dorf und auch in jede Stadt. „Doch inzwischen sind sie trotz ihrer Anpassung an den Menschen zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden, denn flächendeckend gehen die Schwalbenbestände schon seit Jahren zurück“, bedauert Fachmann Rudolf Lehmann vom Naturschutzbund NABU. Mehlschwalben bauen ihre halbkugelförmigen Nester an den Außenwänden von Gebäuden, vorzugsweise unter Dachüberständen. Rauchschwalben hingegen nisten in der Regel in Vieh- und Pferdeställen, wo sie halbschalenförmige Nester bauen. Ursachen für den starken Rückgang sind laut Lehmann unter anderem mutwillige gesetzeswidrige Zerstörung der Nester durch Menschen (beispielsweise bei Gebäudesanierung), Verlust von Nistmöglichkeiten (Mangel an rauen Fassaden, Einflugnischen, Luken) und der Mangel an Nistmaterial (lehmhaltige Pfützen, Misthaufen).

Der NABU Langen-Egelsbach weist ausdrücklich darauf hin, dass die Nester sowie Nestanfänge der Schwalben nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes ganzjährig geschützt sind. Ausnahmen vom gesetzlichen Verbot der Zerstörung (etwa bei notwendigen Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten) müssen bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach in Dietzenbach beantragt werden. „Jeder Einzelne kann zur Erhaltung unserer Schwalben beitragen“, wirbt Lehmann. Und er ruft die Langener und Egelsbacher auf: „Bitte zerstören Sie keine Brutplätze und nehmen Sie bei Renovierungsarbeiten am Haus Rücksicht auf die kleinen Mitbewohner.“ Sanierungs- und Renovierungsarbeiten sollten keinesfalls während der Brutzeit ausgeführt werden, wenn sich an den betroffenen Gebäudeteilen Schwalbennester befinden. Die Brutzeit endet in der Regel Ende September.

Bilder: Frühling im Waldzoo Offenbach

Wer als Handwerker Schwalbennester entdeckt, sollte den Auftraggeber darauf aufmerksam machen und über den gesetzlichen Schutz informieren. Wer ohne Genehmigung Nester beschädigt, entfernt oder den Zugang während der Brutzeit behindert, riskiert Bußgelder, betont Lehmann. Der Kot der Vögel sei leicht zu beseitigen. Zum Schutz vor Verschmutzung der Hausfassade können zudem sogenannte Kotbretter angebracht werden. Wer den Vögeln helfen oder einen Schwalbenbrutplatz erhalten wolle, könne neben den Naturnestern Kunstnester anbringen. Sollten durch Sanierungsarbeiten Nistplätze von Mauerseglern verloren gehen, dienen spezielle Nistkästen als Ersatz. Diese werden gern angenommen, weiß der Fachmann.

Weitere Informationen geben beim NABU Klaus Kreft, Tel.: 06103/42880, E-Mail: k.kreft@nabu-langen.de, oder Rudolf Lehmann, Tel.: 06103/43380, E-Mail: rudolf@xlehmann.de sowie www.nabu-langen.de.

ble

Kommentare