156 Kinder zählt die Voranmeldeliste

Hortplätze nur noch für Klassen 1 und 2

Langen - Um dem steigenden Bedarf nach Kinderbetreuungsplätzen gerecht zu werden, möchte der städtische Fachdienst Kinderbetreuung bis zu 40 Hortplätze in Kita-Plätze umwandeln. Von Markus Schaible 

Die Betreuung nach der Schule soll sich künftig auf Kinder in der ersten und zweiten Jahrgangsstufe konzentrieren. Hintergrund der Konzeptänderung ist der gesetzliche Anspruch aller Eltern auf eine Kinderbetreuung im Alter von drei bis sechs Jahren. „In diesem Bereich besteht derzeit der größte Bedarf in Langen“, erklärt Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne). 156 Kinder zählt die Voranmeldeliste der Verwaltung in dieser Altersgruppe. „Mit der geplanten Änderung würden wir unsere Personal- und Platzressourcen dort einsetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden.“ Das städtische Hortangebot sei zwar ein pädagogisch sinnvoller Baustein der Kinderbetreuung. Einen Anspruch darauf gibt es nach derzeitiger Rechtsprechung aber nicht. „Je jünger die Kinder sind, desto bedeutsamer ist für sie der Hort“, sagt Löbig. Daher strebe der Magistrat an, die städtischen Plätze in Zukunft nur noch Erst- und Zweitklässlern zur Verfügung zu stellen und Eltern so eine höhere Planungssicherheit in den ersten beiden Schuljahren zu ermöglichen.

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Mangel trotz großer Anstrengungen

Konkretes Ziel der Umstrukturierung sei, altersgemischte Gruppen mit bis zu 20 Kindern in den fünf städtischen Kitas mit Hort zu etablieren. Diese bestünden idealerweise zur Hälfte aus Kita- und Schulkindern. Nach Worten von Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo sind solche Gruppen förderlich für jüngere Kinder und bieten Älteren einen sanften Übergang zwischen Kita und Schule. Von den Plänen ausgenommen werden solle das Schulkinderhaus (Schuki) an der Wallschule, denn dort werden ausschließlich Hortkinder betreut.

Mit 110 Mädchen und Jungen besucht nur ein geringer Teil der mehr als 1 366 Langener Grundschulkinder einen städtischen Hort, während etwa 560 in Obhut der schulischen Fördervereine sind. Welche Altersstufen dort betreut werden, legen die Vereine selbstständig fest. Diese Vereine müssen sich durch die Pläne mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine größere Nachfrage einstellen. „Das wird keine Jubelstürme auslösen“, weiß Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). Knackpunkt seien oft die fehlenden Räumlichkeiten für eine Ausweitung des Angebots. Nach Gebhardts Ansicht könnten aber in verstärktem Maß Klassenräume für die Nachmittagsbetreuung genutzt werden.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Da die Vereinbarung mit den Fördervereinen über die Finanzierung der Betreuungsplätze zum Jahresende ausläuft, finden derzeit sowieso Verhandlungen statt, erklärt Strehlow Castillo. Da werde auch über eine Ausweitung des Platzangebots gesprochen. „Die Vereine erarbeiten dazu derzeit einen Vorschlag.“ Beraten wird die Änderung im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport (12. Mai) und im Haupt- und Finanzausschuss (19. Mai). Der Fachdienst plant, die Hortplatzbescheide für das laufende Jahr noch vor den Sommerferien zu versenden. Bestehende Verträge sollen dann nach Beendigung des dritten Schuljahres im Jahr 2017 aufgelöst werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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