Internationales Festival der Volkstänze

Beim Tanzen steht der Mensch im Mittelpunkt

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Mit einem fröhlichen Tanz eröffnete ein junges Paar aus Mannheim das Festival in der Stadthalle – da bekam auch Schauspieler Erden Alkan gleich gute Laune.

Langen -   Einmal im Jahr steht die Stadthalle ganz im Zeichen von Volkstänzen. An Pfingsten war es wieder so weit – zum mittlerweile 22. Mal. Von Leo F. Postl 

Dabei hat sich das Festival der Volkstänze von einem reinen Wettbewerb türkischer Tänze zu einem Festival mit internationalen Beiträgen verändert. Mehmet Canbolat, aus Tarsus in der Türkei stammender und in Langen lebender Journalist, hatte den Wettbewerb einst zur Erhaltung der türkischen Kultur in Deutschland und Westeuropa ins Leben gerufen. „Die Welt verändert sich und somit haben auch wir uns verändert: Das Festival der Volkstänze soll heute ein sichtbarer Beitrag zur Völkerverständigung sein – und ich glaube, das ist es auch“, sagt Canbolat.

Das Festival verzeichnete wiederum eine große Resonanz: Rund 20 verschiedene Darbietungen waren auf der Bühne zu sehen. Wie dieses Kulturereignis auch aus politischer Sicht geschätzt wird, belegt die Anwesenheit diplomatischer Vertreter aus verschiedenen Ländern wie der Türkei, Chile oder auch Spanien. Als Stargast war in der ersten Reihe der bekannte türkischstämmige Schauspieler Erden Alkan („Mordkommission Istanbul“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Lindenstraße“) auszumachen.

„Wir versuchen immer wieder mal, frischen Wind in diese Veranstaltung zu bringen. Was einst als regionaler Wettbewerb begonnen hat, erstreckt sich mittlerweile auf Gruppen aus ganz Deutschland, ja sogar Europa“, beschreibt Organisator Canbolat die Veränderungen. Zum zweiten Mal waren nämlich nicht nur klassische türkische Volkstanzgruppen eingeladen, sondern Teilnehmer aus ganz Europa, die alle ihre eigenständigen Volkstänze darbieten sollten.

„Der Volkstanz bringt Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen zusammen und heute begegnen sich die verschiedensten Nationen aus aller Welt hier in Langen“, beschreibt Özkan Durmaz, Konsul der Republik Türkei in Frankfurt, seine Eindrücke. Die Stadt Langen sei gerade wegen dieses Festivals nicht nur im Kreis Offenbach bekannt, sondern durch viele vorzeigbare Projekte in ganz Deutschland. „Aber auch in der Türkei kennt man Langen aufgrund der Partnerschaft mit Tarsus, deren 25-jähriges Bestehen wir gerade feiern“, hebt Durmaz hervor. Er erachtet dieses Festival als besonders wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung (nicht nur zwischen Deutschen und Türken), da Tänze aus verschiedenen Ländern Europas dargeboten werden. „Und nicht zuletzt erhalten bei solchen Veranstaltungen unsere Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Kultur besser kennenzulernen und diese anderen zu zeigen“, so Özkan Durmaz.

In seinem von Mehmet Yildiz verlesenen Grußwort verwies Sevket Can, Bürgermeister von Tarsus, auf die besondere Wirkung von Volkstänzen. „Dass dieses Festival, welches ausschließlich mit türkischen Tanzgruppen begonnen hat, nun mit internationalem Charakter fortgeführt wird, halte ich für sehr bedeutsam“, so Can. Die Sprache von Tanz und Musik sei universell und entspreche den Augen und Ohren, dem Gemüt und den Gefühlen. „Im Mittelpunkt steht immer der Mensch mit seinen Emotionen und diese machen keinen Unterschied zwischen den Nationen, Rassen oder Glaubensrichtungen“, betonte Can.

Auch Erster Stadtrat Stefan Löbig sieht dieses Festival der Volkstänze als besonderen Beitrag zur Völkerverständigung. „Es ist eine große Ehre für unsere Stadt Langen, dass wir Gastgeber einer solch bedeutsamen Veranstaltung sein dürfen und zudem mit der 25-jährigen Freundschaft zu Tarsus in diesen Tagen ein besonderes Jubiläum feiern können“, so Löbig.

Eröffnet wurde das Festival der Volkstänze von einem jugendlichen Tanzpaar aus Mannheim, das die Fröhlichkeit des Tanzes unter einer passenden Maskerade vermittelte. In der Folge gab es Traditionstänze aus Spanien, Bosnien-Herzegowina, Italien und der Türkei, ja sogar aus Bolivien und Chile. Buchstäblich die ganze Welt war in Langen vertreten – und so soll es ja auch sein.

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