Bestzeit mit künstlicher Hüfte

Waldsee-Haie beim Ironman nicht zu stoppen

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Vier der fünf Waldsee-Haie waren gestern bei der Ironman-Siegerehrung in Frankfurt dabei (von links): Stefan Schubert, Anne Baumgarten, Simon Müller und Christoph Oldenburg.

Langen -  Es lief deutlich besser als befürchtet: Alle fünf Waldsee-Haie haben beim Ironman-Triathlon das Ziel erreicht – und das trotz einiger Verletzungssorgen im Vorfeld deutlich besser als erwartet. Von Markus Schaible 

Dabei musste Simon Müller gar einen Unfall überstehen, als ihm ein Kind vors Fahrrad lief. Glücklich sind sie alle vom Ironman-Team des Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH, doch ganz besonders Anne Baumgarten (37) klingt am Tag danach geradezu enthusiastisch: „Es war fantastisch.“ Die Sportlerin hatte kurz vor dem Rennen eine Diagnose zu ihren Verletzungsproblemen erhalten und geht davon aus, dass es ihr letzter Ironman-Start war. Und: Im Vorfeld war sie sich sicher, dass sie den Marathon nur gehend zurücklegen würde. Eiskalt sei ihr gewesen, nachdem sie die letzten 26 Kilometer im strömenden Regen geradelt war: „Mir haben die Zähne geklappert und ich habe gedacht: Wie soll ich jetzt noch sechs Stunden um den Main wandern?“ Sie sei dann in die Wechselzone getrabt – „und dann habe ich gemerkt: Es geht ja doch.“ Zuerst habe sie immer wieder Geh-Pausen eingelegt, doch dann lief es beim Marathon immer besser. Nach 11:40,30 Stunden (Schwimmen: 1:04,40, Radeln: 6:06,05, Laufen: 4:21,15) kam sie in ihrer Altersklasse als 18. ins Ziel. „Es war zwar mein bisher langsamstes Rennen, aber definitiv das emotionalste. Ich habe mich so unglaublich gefreut.“

„Sensationell“ lief es auch für Rüdiger Bobsin. Der 53-Jährige kam mit persönlicher Bestleistung (12:45,37 – 1:29,18/6:00,45/5:05,31) ins Ziel. Und das, nachdem er seit zwei Jahren mit einem künstlichen Hüftgelenk unterwegs ist. „Ich bin 41 Kilometer gejoggt, ohne gehen zu müssen. Das habe ich noch nie geschafft.“ Und wenn nicht am Schluss beim Radfahren das Wasser auf der Straße gestanden hätte, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen.

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Schrecksekunde nach wenigen Metern auf dem Rad: Direkt nach dem Kassenhäuschen des Strandbads am Waldsee lief Simon Müller ein Kleinkind vor das Fahrrad: Den Zusammenstoß überstanden beide zum Glück unverletzt – „doch ich musste dann 180 Kilometer mit einem gebrochenen Lenker fahren“, berichtet der 48-Jährige. Der Lenker hielt, genauso wie die Achillessehne, die ihm in den vergangenen Monaten große Probleme bereitet hatte. Insofern sei er positiv überrascht vom Ergebnis (11:14,20 – 1:12,20/ 5:41,44/4:08,23) – „ohne den Sturz wäre vielleicht eine neue Bestzeit drin gewesen“.

Bilder: Ironman in Frankfurt

„Nicht perfekt, aber ganz gut“ lief es für Christoph Oldenburg. Nach 12:23,04 Stunden (1:11,55/5:58,05/4:57,32) beendete der Egelsbacher seinen insgesamt zwölften Ironman. Nun hofft er, einen der Startplätze für die Weltmeisterschaft auf Hawaii ergattern zu können, die unter allen „Langsameren“ ausgelost werden, die das Dutzend vollgemacht haben. Auch wenn der Veranstalter an vielen Stellen spare und es beispielsweise erstmals kein Finisher-Weizenbier im Ziel mehr gegeben habe, sei es wieder ein tolles Event gewesen, so der 51-Jährige.

Wie Oldenburg war auch Stefan Schubert (48) ohne vorherige Verletzungsprobleme gestartet – und auch er kam wohlbehalten auf dem Römerberg an. Am Schluss standen 11:20,59 Stunden (1:12,59/5:47,41/4:05,08) zu Buche. „Mein Ziel war eigentlich, unter elf Stunden zu bleiben. Aber ich habe meine bisherige Bestzeit um zehn Minuten unterboten, das ist schon in Ordnung.“ Eine bessere Zeit habe vermutlich das beim Radeln schlechte Wetter verhindert, „aber das ist eben das Überraschende bei solchen Wettkämpfen“. Eigentlich hatte er im Vorfeld gesagt: Aller guten Dinge sind drei. „Direkt nach dem Rennen war ich auch noch dieser Meinung. Aber mittlerweile denke ich doch über einen weiteren Start nach“, sagte Schubert gestern nach der Siegerehrung.

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