Jazz-Initiative Langen feiert Jubiläum

Große Sause zur 500. Ausgabe

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Musikbegeistert: Der Vorstand der Jazz-Initiative Langen freut sich auf das Jubiläumskonzert, das ausnahmsweise in der Neuen Stadthalle über die Bühne geht.

Langen -  38 Jahre ist es nun her, dass die Stadthalle Langen zum Schauplatz des allerersten Konzertes der hiesigen Jazz-Initiative wurde. Jetzt steht ein besonderes Jubiläum an: Am Samstag, 4. Juni, geht das 500. Konzert der Langener Jazzfreunde über die Bühne. Von Sina Gebhardt

Dann schließt sich ein Kreis, denn auf der selben Bühne fiel 1978 der Startschuss mit den Gloryland Jazz Brothers. Die Jubiläumsveranstaltung der JIL wird es in sich haben: Mit Nils Wülker, Trompeter, Songwriter und Echo-Jazz-Preisträger, konnte eine Jazz-Größe gewonnen werden.

Sein Ziel hat der ehrenamtliche Verein, 1978 von Jazzfans wie der Hamburgerin Lilo Strathus gegründet, seinerzeit klar definiert und sich bis heute erhalten: die Pflege, Verbreitung und Förderung von Jazz und stilverwandter Musik. Damals hätte wohl kaum einer zu träumen gewagt, dass fast 40 Jahre später das Engagement der Mitglieder ungebrochen ist und der Verein mit einem solch populären Künstler die 500. Auflage feiern würde. Aber die JIL hat sich als kulturelle Institution etabliert, wurde nicht umsonst 1989 mit dem Kulturellen Förderpreis der Stadt Langen ausgezeichnet und blickt auf eine Vereinsgeschichte zurück, die sich sehen lassen kann.

„Tatsächlich arbeitet Bernd Zeier aus dem Vorstand an einer Historie der Jazz-Initiative“, berichtet Carolina Richter, seit 2014 Vorsitzende der JIL und damit Nachfolgerin von Wolf Knipfer. Ob diese zeitaufwendige Arbeit aber pünktlich zum 40. Jubiläum des Vereins abgeschlossen ist, bleibt ungewiss. Richter, aufgewachsen in Bremen, reiht sich als weiteres Nordlicht in die Riege der Vorstände ein. Diese Liste enthält nur drei Namen und ist damit – gemessen an fast vier Jahrzehnten Bestehen – äußerst kurz. Dafür aber umso mehr ein Zeichen für die Beständigkeit des Vereins, der aktuell 186 Mitglieder (davon 15 aktive) zählt.

Wechselhaft waren anfangs nur die Veranstaltungsorte in Langen, denn erst 1983 wurde die JIL in der Alten Ölmühle sesshaft, wo seitdem – ausgenommen der traditionelle Jazz-Frühschoppen im Stadthallenfoyer – die Konzerte mit Künstlern und Formationen wie Vince Weber oder dem Emil Mangelsdorff Quartett zu Hause sind.

Hochkarätige Unterhaltung wird bei der JIL nach wie vor groß geschrieben, aber auch Talente sollen eine Chance bekommen: „Wir möchten jungen Künstlern eine Bühne geben“, erklärt Richter. Ab September wird ihnen deshalb vor Beginn der Konzerte eine Stunde lang die Möglichkeit eingeräumt, ihr Können unter Beweis zu stellen. Am Interesse der Künstler dürfte das kaum scheitern, schließlich erhalte der Verein zwischen 20 und 40 Band-Bewerbungen pro Monat, so die Vorsitzende.

Aber nicht nur die Musiker, auch der Verein müsse sich verjüngen, betont Richter und fügt lachend hinzu: „Ich bin für jeden unter 60 dankbar.“ Die Bilanz sei jedoch gar nicht so schlecht, denn von wenigen altersbedingten Austritten abgesehen, gebe es auch junge Neuzugänge und damit kein Nachwuchsproblem. Die Erfahrung alteingesessener Mitglieder ist ein wichtiger Faktor für den Verein, der nur so gut funktioniere, weil immer jemand da sei, der einspringen kann – und das eben auch macht: „Die Beisitzer sind eigentlich bei jedem Konzert da, helfen an der Theke, beim Umbau, beim Aufräumen. Und das über einen inzwischen so langen Zeitraum und alles in ihrer Freizeit – da ziehe ich meinen Hut vor“, drückt Richter ihre Wertschätzung aus. Beim Jubiläumskonzert wird es sich dann wohl auch kein Mitglied nehmen lassen, dabei zu sein und die neuen schwarzen Vereinshemden mit dem gelben JIL-Logo zu präsentieren.

Für solch ein Ereignis den richtigen Künstler zu finden, war nicht einfach. „Wer würde uns interessieren?“, diese Frage ging allem voraus. Auf der Liste stand Nils Wülker an erster Stelle. Dass der Jazz-Trompeter sich tatsächlich die Ehre gibt, ist gemeinsamen Bemühungen zu verdanken: „Das Stadthallen-Team unterstützt uns großartig, angefangen bei der Suche und Akquise der Künstler bis hin zum Ticketvorverkauf“, freut sich Richter. Und nach der bisherigen Resonanz ist sie zuversichtlich, dass das Konzert ausverkauft sein wird.

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