Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr

Auch bei Jubiläumsfeier sind Leben zu retten

+
Alles in Eigenregie: Die Jugendfeuerwehr hatte die Jubiläumsfeier selbst organisiert und zeigte den Besuchern bei einer Übung, dass sie in der Lage ist, jederzeit Menschen zu retten.

Langen - Es sieht fast so aus wie bei einem echten Großeinsatz: Ein Gruppenführer der Jugendfeuerwehr Langen erhält einen Notruf – „Feuer in der Stadthalle“. Auf in die Einsatzwagen und los geht’s. Von Julia Dittmann 

Vor der Halle wird klar: Es befindet sich noch eine Person in dem brennenden Gebäude, die geborgen werden muss. In der nächsten Szene stürmen Einsatzkräfte die Bühne. Dort sitzt eine Person einsam und verlassen im Rauch, zwei Kameraden der Jugendfeuerwehr wollen sie bergen und in Sicherheit bringen. Mit Atemschutzmaske wird Michael Graf, Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Langen, sicher an seinen Platz zurückgeführt. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr demonstrierten souverän, was sie gelernt haben: sich einen Überblick über die Lage verschaffen, eine Entscheidung treffen und handeln.

Diese kleine Vorführung sorgt für regen Applaus bei der Jubiläumsfeier anlässlich des 50. Geburtstags der Jugendfeuerwehr. Dieser wird am Dienstagabend ausgiebig gefeiert: In der Stadthalle ist kein freier Platz mehr zu finden, neben Gästen aus Politik und umliegenden Feuerwachen sind auch die befreundeten Trupps aus Kirchdorf in Österreich sowie Langen bei Cuxhaven vor Ort, um gemeinsam das Jubiläum zu feiern. Musikalisch untermalen die Clan Pipers, eine Dudelsackgruppe aus Frankfurt, die Feier. „Danke an alle Ausbilder für das, was sie uns ermöglichen“, mit diesem Satz beendet Jugendfeuerwehrmann Fabian Moeller, der den Abend moderiert, den offiziellen Teil der Jubiläumsfeier. Nicht ohne noch hinzuzufügen, dass es die nächsten 50 Jahre ruhig so weiter gehen könnte mit den angehenden Feuerwehrmännern und -frauen.

Das Wort Danke, es fällt sehr oft an diesem Abend, um die Arbeit nicht nur der Kinder und Jugendlichen zu loben, sondern auch das Engagement der Ausbilder und Unterstützer hervorzuheben. 50 Jahre sind eine lange Zeit, aber noch nie war die Jugendfeuerwehr in Langen so gut besetzt wie heute. Von fehlendem Nachwuchs – ein Problem, das landauf, landab viele Vereine umtreibt – spürt die Freiwillige Feuerwehr derzeit nichts. Das weiß auch die Stadt zu würdigen. Aufgrund der hervorragenden Jugendarbeit der Ausbilder fehle es in Langen nicht an engagierten Einsatzkräften, lobt und bedankt sich Erster Stadtrat Stefan Löbig als zuständiger Dezernent bei den Aktiven. Auch Stadtbrandinspektor Frank Stöcker weiß die Arbeit der Kollegen in der Jugendabteilung zu schätzen. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich 70 Prozent der Einsatzabteilung aus dem Nachwuchs rekrutiere, sagt Stöcker. „Ohne unsere Ausbilder wären wir nicht so erfolgreich in diesem Bereich.“

Fotos: Großübung der Feuerwehr an der Dreieichbahn

Aber die Jugendfeuerwehr sei nicht nur wichtig für die Nachwuchsgewinnung, sondern viel mehr, erinnert Christian Buchold, seit 2008 Jugendfeuerwehrwart. Sie sei auch ein Ort, in dem Werte wie Gemeinschaft, Toleranz, Teamarbeit und Verantwortung vermittelt werden. Dass die Kinder und Jugendlichen Verantwortung übernehmen können, zeigen sie an diesem Abend, denn sie haben das Programm der Veranstaltung selbst gestaltet. Zwischen den einzelnen Redebeiträgen gibt es kurze Videos über ihre Arbeit, die die Jugendlichen zusammen mit den Ausbildern gedreht haben. Auch die kleine Schaueinlage ist in Eigenregie der jungen Kameraden umgesetzt worden.

Am Ende der Veranstaltung hat Jugendfeuerwehrwart Buchold noch eine Überraschung für einige der Anwesenden parat. Als Dank für ihren jahrelangen, unermüdlichen Einsatz und ihre Unterstützung erhalten insgesamt 25 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr eine Ehrenmedaille. Fünf der Geehrten sind bereits verstorben; sie erhalten ihre Würdigung posthum auf einer Ehrentafel, die einen Platz auf der Wache erhält.

Kommentare