Jugendsommer der Stadt

Tägliche Dosis Abenteuer

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Bekanntes neu erleben: Unter diesem Motto spielte die Gruppe in der Halle der Erich-Kästner-Schule Ballspiele im Rollstuhl.

Langen - Ab elf Jahren sind Jungen und Mädchen aus den klassischen Ferienspielen herausgewachsen. Was folgt, ist der Jugendsommer – ein Angebot, das mit einem abenteuerlichen und abwechslungsreichen Programm den Erlebnis-Horizont der Jugendlichen erweitert. Die Bandbreite reicht von Geocaching über Rollstuhlbasketball bis zur mehrtägigen Kanu-Tour. Von Tobias Alarcon

Jede Woche des Jugendsommers steht unter einem bestimmten Motto. „Die Planungen laufen bereits seit Dezember“, erzählt Sarah Schäfer. Sie ist eine der Betreuerinnen des Teams, das sich aus Sozialarbeitern, Pädagogen und Honorarkräften des Jugendzentrums zusammensetzt. Das Angebot für Elf- bis 15-Jährige geht dieses Jahr in die dritte Runde und erstreckt sich über die drei letzten Ferienwochen. Die Jugendlichen können komplett teilnehmen oder sich eine beziehungsweise zwei Wochen heraussuchen. In der ersten Woche legte das Team gleich richtig los und brach für eine Woche mit zehn Jugendlichen an die Lahn auf. „Chaos-Kanu-Club sucht neue Crew“ war das Motto – entsprechend sportlich und nass ging es zu. Als Domizil diente die Kirchhofsmühle in Weilburg, etliche Abende verbrachten die Langener am Lagerfeuer.

In der zweiten Woche ging es in und um Langen hoch her. Täglich von 10 bis 17 Uhr wartete Programm – von Geocaching über Fahrradtouren zu Schwimmbädern und Badeseen bis hin zum Besuch des Felsenmeers im Odenwald. Zur Stärkung kochte die Gruppe gemeinsam im Juz – und auch eine Übernachtung durfte nicht fehlen. „Am besten fand ich den Ausflug zum Arheilger Mühlchen“, meint Felix Eggert (11). „Der Jugendsommer gefällt mir besser als die Ferienspiele, zu denen ich sonst gegangen bin“, betont er.

Die Sommerferien dauern – auch wenn es sich fast so anfühlt – nicht ewig und so bricht Woche drei an. Dem Wetter sei Dank, setzt sich die Liste der Aktivitäten wie von alleine um: Es folgen weitere Ausflüge zu Freibädern – etwa nach Egelsbach – und weitere Radtouren. Doch nicht alles passiert draußen. Am Donnerstag wird in der Turnhalle der Erich-Kästner-Schule passend zum Motto „Bekanntes neu erleben“ Rollstuhlbasketball gespielt. Basketball kennen die acht Teilnehmer natürlich, aber funktioniert das genauso gut in Rollstühlen? Nach einer äußerst kurzen Phase der Eingewöhnung, die selbst die Betreuerinnen überrascht, rasen die motivierten Kinder sicher durch die Halle, spielen fangen, absolvieren Parcours und treten sowohl zum Fußball als auch zum Basketball an. „Neben den Freibadbesuchen macht das auf jeden Fall am meisten Spaß“, freut sich Florian Koschinski während einer Verschnaufpause. Auch Yasemin Bicenel, die den Jugendsommer mitbetreut, ist zufrieden. „Super, dass wir die Rollstühle und die Halle zur Verfügung gestellt bekommen haben.“

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Generell finanziert sich das Ferienprogramm über die Teilnahmegebühren und Partnern in der Jugendarbeit – die Caritas, die evangelische Kirche und die Awo. Der dritte Jugendsommer ist gestern mit einem Ausflug zum Schloss Freudenberg ausgeklungen, wo die Sinne der Jugendlichen noch mal gefragt waren. Diese haben sicherlich schon reichlich damit zu tun, die Erlebnisse dieser Ferien zu verarbeiten.

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