Grenzenlose Ausbildung

Junge Kroaten für Praktika in Langen

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Die kroatischen Azubis Matejas Zerjav (links) und Josip Andrisek (rechts) lernen während ihrer Zeit bei der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH viel von Ausbilder Armin Horn.  

Langen - Dank eines Förderprogramms der EU können kroatische Jugendliche in anderen Ländern Praktika machen. Zwei Azubis aus dem Balkanstaat haben sich dazu die Langener Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH ausgesucht.

„Dobro jutro!“ heißt guten Morgen auf Kroatisch und ist die Begrüßung, mit der Josip Andrisek und Matejas Zerjav normalerweise in den Arbeitstag starten. Doch derzeit schallt den beiden 18-Jährigen ein deutsches „Guten Morgen“ zurück. Die Jugendlichen absolvieren ein Praktikum bei der Langener Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH (pBA). Zwei Wochen lang erleben die jungen Männer, die in Kroatien den Beruf des Mechatronikers erlernen, den deutschen Azubi-Alltag. „Unsere Lehrlinge bauen aus mechanischen, elektrischen und elektronischen Bestandteilen komplexe Systeme wie zum Beispiel Roboter für die industrielle Produktion zusammen“, erklärt pBA-Geschäftsführer Thomas Keil das Berufsbild.

Am Ende ihres Besuches erwartet Josip Andrisek und Matejas Zerjav eine besondere Herausforderung. „Als Übung sollen die beiden in Begleitung eines Ausbilders eine echte Abschlussprüfung meistern“, verrät Keil. Mit nach Hause nehmen dürfen sie dann ein sogenanntes Europass-Zertifikat, das ihnen als Praktikumszeugnis gilt. Zustande kam der Besuch durch eine Kooperation der Langener Wirtschaftsförderung mit der Kroatischen Wirtschaftsvereinigung. Diese unterstützt Schüler und Auszubildende aus dem Balkanland bei der Suche nach Praktikumsplätzen in Deutschland. Finanziert wird der Aufenthalt der Praktikanten von Erasmus+, einem Förderprogramm der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Sport.

Die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH gehört mit etwa 300 Auszubildenden und einer Schulungsfläche von 3 600 Quadratmetern zu den größten und modernsten Ausbildungszentren im Rhein-Main-Gebiet. 16 verschiedene Ausbildungs- und Studiengänge sowie zahlreiche Weiterbildungsangebote bietet die von der Stadt Langen und der Stiftung ProRegion der Fraport AG getragene Gesellschaft an.

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Allerdings hat der Erfolg der Ausbildungsgesellschaft zur Folge, dass sie unter Platzproblemen leidet. Aktuell wird eine räumliche Erweiterung geplant: Südlich des jetzigen Betriebsgeländes entlang der Siemensstraße sollen ein viergeschossiger Verwaltungskomplex und zwei Werkhallen entstehen. Die Ausbildungskapazität könnte dadurch um bis zu 250 Stellen erweitert werden. (ble)

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