Rot-grüne Kehrtwende rückgängig gemacht

Klares Ja zur vierspurigen B486

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Langen - Die Stadt stellt sich wieder vollumfänglich hinter die vierspurige Ausbauplanung der B486: Die Stadtverordnetenversammlung folgte der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses und machte die rot-grüne Kehrtwende der vergangenen Legislaturperiode rückgängig. Von Markus Schaible

SPD und Grüne konnten argumentieren, soviel sie wollten: Die Antragssteller von CDU, FWG-NEV, FDP und UWFB blieben hart und bereiteten „der rot-grünen Eskapade ein Ende“, wie es Unions-Fraktionschef Jörg Nörtemann formulierte. Dabei hatte sich Jens Duffner, Fraktionssprecher der Grünen, noch mal mächtig ins Zeug gelegt. Der Kurswechsel sei aufgrund einer sehr fundierten Stellungnahme des zuständigen städtischen Fachdienstes erfolgt, die auf die „erheblichen Risiken“ für die Stadt hingewiesen habe: Die Nordumgehung sei heute bereits an der Kapazitätsgrenze, zusätzlicher Verkehr werde sich den Weg durch die Stadt suchen. Alles, was entlang von Mörfelder Land- und Südlicher Ringstraße an Lärmschutzmaßnahmen ergriffen wurde, wäre dann Makulatur, argumentierte Duffner.

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„Lieber den Stau auf der A5 als auf dieser Straße“, erklärte Rainer Bicknase (SPD). Ein zweispuriger Ausbau auf der Waldstrecke zwischen K 168 und Autobahnanschlussstelle sei absolut ausreichend. Sowohl Duffner als auch Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) warnten die Antragssteller, der Beschluss könne die generelle Klagemöglichkeit gegen die Planung einschränken. Dem widersprach Christian Gött (CDU): Wenn ein Vorgehen gegen einzelne Punkte des Planfeststellungsbeschlusses nötig werde, könne jederzeit ein entsprechender Parlamentsbeschluss angefordert werden. Es gehe den Antragsstellern einzig und allein darum, dass die Stadt auf eine Klage gegen die Vierspurigkeit des Ausbaus verzichtet.

Der, so sein Fraktionskollege Nörtemann, werde immerhin schon seit 30 Jahren geplant: „Und das nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil er sinnvoll ist – für die Anbindung der Stadt und des Wirtschaftszentrums Neurott.“ FDP-Fraktionschef Christian Jaensch wies noch einmal darauf hin, dass es ja nicht um eine Entscheidung gehe, da nicht die Stadt Langen, sondern die übergeordneten Behörden das Sagen hätten. Vielmehr gehe es um die Signalwirkung: „Und das Signal steht dann ganz klar auf ,Go‘ und nicht mehr auf ,Wir wollen das mit allen Mitteln verhindern‘.“

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Selbst der Ausländerbeirat, dessen Ende des vergangenen Jahres neu gewählte Vertreter erstmals seit einer Ewigkeit das Recht auf eine Meinungsäußerung wahrnahmen, plädierte für die große Ausbau-Variante: Langen wolle in naher Zukunft weiter wachsen, so Burhan Yilmaz, und dann müsse man auch beispielsweise beim Lärmschutz „eine gewisse Toleranz“ zeigen. Letztlich beschlossen die Antragssteller mit ihrer Mehrheit, dass auf keinen Fall gegen die Vierspurigkeit des B486-Ausbaus geklagt wird. Die zuständigen Behörden sollen vielmehr darin bestärkt werden, die Maßnahme so schnell wie möglich umzusetzen.

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