Stadt kontert Kritik der Firma PTG

Kopfschütteln über Vorwürfe

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PTG-Gruppe besteht seit 25 Jahren: Die Bürgermeister von Rodgau, Jürgen Hoffmann (rechts), und von Rödermark (Roland Kern, links) sowie Landrat Oliver Quilling (Zweiter von rechts) gratulierten Unternehmensgründerin Bettina Markovic-Grimm und den PTG-Mitarbeitern herzlich.

Langen - Die PTG Dienstleistungsgruppe expandiert kräftig, aber nicht in Langen. Vielmehr verlässt das Unternehmen, das einst in einer Garage entstand und mittlerweile mit 260 Mitarbeitern 25 Millionen Euro per anno umsetzt, zum Jahresende die Stadt. Von Markus Schaible 

Und das mit einem Donnerschlag: „Langen hat komplett versagt“, sagte Inhaberin Bettina Markovic-Grimm den Kollegen unserer Wirtschaftsredaktion (Ausgabe am vergangenen Samstag). Die Stadt habe der Firma, die auf die Verpackung und Abfüllung von Produkten namhafter Hersteller spezialisiert ist, „keine langfristigen Perspektiven“ geboten. Deshalb ziehe die Hauptverwaltung nach Ober-Roden; in Rodgau-Jügesheim hat PTG seit einiger Zeit einen weiteren Standort. Bei der Stadtverwaltung allerdings stoßen diese Vorwürfe auf völliges Unverständnis: „Der Magistrat hat das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg bei den unterschiedlichsten Anliegen im Rahmen des rechtlich Möglichen und der Dienstleistungen der Wirtschaftsförderung engagiert und zielstrebig begleitet“, betont der zuständige Fachbereichsleiter Joachim Kolbe. So habe sich der Magistrat insbesondere darum bemüht, dem Unternehmen Wachstumsperspektiven in der Stadt zu eröffnen, denn durch die Zukäufe weiterer Unternehmen sei eine Konzentration auf einen Standort wirtschaftlich und logistisch absehbar gewesen. „Wir haben daher bereits im Prozess für das Stadtumbaugebiet ,Gewerbe‘, unter anderem durch das projektierte Verlegen der Raiffeisenstraße und die Möglichkeit, Flächen dort zusammenlegen zu können, durchaus den Rahmen für eine weitere Expansion geschaffen“, so Kolbe.

„Die Umsetzung war dem Unternehmen in der Folge allerdings weder auf dem eigenen Grundstück noch auf einer auf dem Markt verfügbaren Fläche oder auch in Zusammenarbeit mit den potenziellen privaten Partnern, zu denen wir Kontakte hergestellt haben, möglich“, erklärt Kolbe weiter. Nach Einschätzung der Wirtschaftsförderung seien aber weder planungs- noch baurechtliche Gründe ausschlaggebend gewesen.

Tschüss Tüte und To-go-Becher: Umweltfreundliche Verpackung

Den Aussagen der Inhaberin widersprechen aus Kolbes Sicht die Fakten: „Wir haben im Übrigen eine andere Wahrnehmung der langjährigen, intensiven und guten Zusammenarbeit mit der Firma PTG Lohnabfüllung GmbH und werden schon deshalb Frau Markovic-Grimm bitten, die unbegründeten und drastisch formulierten Vorwürfe, die dem Standort Langen schaden können, zu erklären und zu fundieren.“ Erfreulich sei unabhängig von den Begleitumständen, dass PTG die Expansionspläne im Kreis Offenbach realisieren könne. Es sei erklärtes Anliegen der Wirtschaftsförderungen des Kreises und der 13 Kommunen, in Fällen, wo am Standort eine Weiterentwicklung an Grenzen stößt, die Unternehmen zumindest im Kreis zu halten.

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