Selbsthilfegruppe der Rheuma-Liga

Mit der Krankheit nicht allein sein

Bei einem sehr persönlichen Empfang hat sich das Leitungsteam der Rheuma-Selbsthilfegruppe bei Mitgliedern Förderern und Unterstützern bedankt. Auf dem Erinnerungsfoto (von links): Sieglinde Esders (Gründerin und Ehrenleiterin), Irma Schneider, Roswitha Lechler, Dirk Halle (alle vom Leitungsteam), Anneliese Steuer (Gründungsmitglied), Barbara Malsy, Erika Eckl und Katja Pfeiffer (alle vom Leitungsteam) sowie Dr. Wolfgang Bolten (Präsident der Rheuma-Liga Hessen).  (c)Foto: Strohfeldt

Langen - Vor 30 Jahren gründete sich die Selbsthilfegruppe Langen-Dreieich-Neu-Isenburg der Rheuma-Liga Hessen. Seitdem informieren die Aktiven über die Krankheit und beraten Betroffene. Von Julia Dittmann 

„Ich kam zum ersten Vortrag und bin dann gleich Mitglied geworden“, erinnert sich Barbara Malsy an ihre Anfänge bei der Rheuma-Selbsthilfegruppe. Das war vor 30 Jahren, kurz nach deren Gründung. Und fast genauso lange ist die Rentnerin schon im Leitungsteam aktiv. Zusammen mit fünf weiteren Mitstreitern organisiert Malsy ganz nach dem Motto der Gruppe – „Beraten, bewegen, begegnen“ – Vorträge rund um das Thema Rheuma, regelmäßige Treffen sowie Ausflüge.

Unter Rheuma versteht man eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder. Meistens verbindet man mit dem Begriff Entzündungen des Bewegungsapparats, die in Schüben auftreten. Rheuma kann aber auch durchaus die Haut oder die Organe betreffen. Rheuma ist nicht heilbar und selbst Kinder können betroffen sein.

Gegründet wurde die Selbsthilfegruppe vor 30 Jahren von Sieglinde Esders. Zuvor war sie immer zu Treffen nach Mörfelden gefahren. Mittlerweile hat sie sich aus dem Leitungsteam zurückgezogen.

Aktuell hat die Selbsthilfegruppe Langen-Dreieich-Neu-Isenburg 110 Mitglieder und ist eine von 57 hessenweit vernetzten Selbsthilfegruppen der Rheuma-Liga. „Leider ist nur ein kleiner Teil der Mitglieder auch aktiv“, bedauert Erika Eckl, seit elf Jahren engagiert. Wie viele Vereine hat auch die Rheuma-Selbsthilfegruppe mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Dabei sei es eine Erleichterung, sich mit anderen Betroffenen über die Krankheit auszutauschen. „Wenn ich über meine Probleme spreche, verstehen mich die anderen gleich und ich muss mich nicht ständig erklären“, beschreibt Roswitha Lechler die Vorteile der Gruppe. Sie lebt bereits seit etlichen Jahren mit der Diagnose einer rheumatischen Erkrankung und engagiert sich seit sechs Jahren im Leitungsteam.

Aber die Selbsthilfegruppe ist mehr als eine Anlaufstelle zum Austauschen und zur Beratung. Gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge seien genauso wichtig, damit die Krankheit nicht zu sehr in den Vordergrund rücke. Außerdem seien die Unternehmungen für viele ältere Mitglieder eine Möglichkeit, mal raus zu kommen. „Wir sind immer bemüht, etwas Schönes auf die Beine zu stellen. Vergangenes Jahr waren wir Planwagen fahren“, erzählt Lechler. In diesem Jahr fahren die Mitglieder nach Rüdesheim. Auch Freunde und Angehörige sind eingeladen.

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Eine Besonderheit der Selbsthilfegruppe ist der Arbeitskreis „Junge Frauen mit Rheuma“. Eckl hat diesen vor einigen Jahren ins Leben gerufen, damit auch berufstätige, rheumatische Frauen eine Möglichkeit haben, sich regelmäßig auszutauschen, denn die normalen Treffen der Selbsthilfegruppe finden immer nachmittags statt. „Der Arbeitskreis trifft sich einmal im Monat abends und wir haben auch ein eigenes Programm“, sagt Eckl. Die Teilnehmer gehen gemeinsam ins Theater oder veranstalten Spieleabende. Auch wenn sich die Gruppe in erster Linie an junge Frauen richtet, seien junge Männer mit Rheuma ebenso gern gesehen, betont Eckl.

Ein weiteres Angebot der Selbsthilfegruppe ist das sogenannte Funktionstraining – eine spezielle Form der Gymnastik für Rheumapatienten. In der Regel wird sie vom Arzt verschrieben und sie soll dabei helfen, dass die Beweglichkeit bei den Patienten erhalten bleibt. Wenn man sich nicht bewege, versteife man als Rheumatiker, sagt Lechler.

Das Leitungsteam engagiert sich ehrenamtlich für die Belange der Betroffenen und weiß durch diese Arbeit, dass besonders die langen Wartezeiten auf einen Termin beim Facharzt – mehrere Monate seien die Regel – den Rheumapatienten zu schaffen machen. Aber zum Mut machen seien sie ja da, betonen die aktiven Frauen der Selbsthilfegruppe (Tel.: 06103/3033544, E-Mail: rheumaliga.ladreini@ gmx.de)

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